Spielzeug-Öfen in Asbeck: Als das Kochen früh geübt wurde
LEGDEN-ASBECK „Man spielt nicht mit Feuer“ ist ein Satz, der Kindern von heute immer wieder eingetrichtert wird. In früheren Generationen hat man sich darüber nicht so viele Gedanken gemacht. Im Gegenteil. Das Spiel mit dem Feuer war erwünscht und hatte einen konkreten Zweck. Das Ehepaar Carmen und Hans Hoffmeister aus Metelen zeigt, was dahinter steckt: in der Sonderausstellung „Kinderöfen und Puppenstuben – ein Spiel mit dem Feuer“ im Feuerstättenmuseum in Legden-Asbeck.
Im 19. Jahrhundert konnten wohlhabende Kinder ihren Puppen echte Speisen zubereiten. (Foto: Meisel-Kemper)
Nur für reiche Schichten
In bäuerlichen oder ärmeren Familien gab es das nicht. Die Kinder aus diesen Familien lernten das Kochen und Heizen direkt an den Feuerstellen. Eigene Kinderzimmer und Spielzeug, um die Aufgaben der Erwachsenen zu üben, waren unbezahlbar.
Puppenstuben fehlten in den ärmeren Familien ebenso. Auch hier diente die Einrichtung der Räume dem Einüben der späteren Aufgaben von Frauen. Jungen bekamen hingegen funktionsfähige Modelle von Dampfmaschinen: Die Rollenverteilung wurde bereits durch das Spielzeug klar abgesteckt. Eine ganze Spielzeugindustrie vergrößerte sich im Lauf der Jahrzehnte mit dem wachsenden Kinder-Interesse für die Welt der Erwachsenen.
Weihnachtliche Klänge
In der Sonderausstellung sind neben den funktionsfähigen Öfen und den noch kleineren Öfen für die Puppenstuben zahlreiche Spielzeuge, Puppen, Kochbücher und Dampfmaschinen zu sehen. Dazu erklingen weihnachtliche Klänge einer alten Spieluhr, auf der sich ein Weihnachtsbaum dreht.
Das Museum und die weihnachtlich dekorierte Sonderausstellung sind Früchte der Sammelleidenschaft des Ehepaares Hoffmeister, die sie mit Hilfe des Heimatvereins Asbeck an diesem historischen Ort präsentieren können.
Das Feuerstättenmuseum in der Hunnenporte (Brückenstraße) ist mit seiner Sonderausstellung an den Adventssonntagen jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen der Sammler erläutern die Schau.




