Skulpturen im Dortmunder U: Bei diesen Blobs ist der Schleim nur Schein

DORTMUND Die Blobs sind los. Ein großer und ein kleiner. Im Museum Ostwall im Dortmunder U scheinen die Dinger über den Boden zu schleimen, auch wenn sie in Wirklichkeit hart im Nehmen sind.

  • Susanne Thiemann und Thomas Rentmeister zwischen den »Blobs« (hinten) und der Skulptur »Zina« (rechts).

    Susanne Thiemann und Thomas Rentmeister zwischen den »Blobs« (hinten) und der Skulptur »Zina« (rechts). Foto: Menne

"Wenn man mit ihnen allein ist, werden sie einem schon ein bisschen unheimlich", sagt Nicole Grothe, Leiterin der Sammlung.

Kein Kippenberger mehr

Die beiden Blobs sind eigentlich kugelartige Kunstwerke "Ohne Titel (1994)" des Bildhauers Tomas Rentmeister und gehören zu einem neuen Raum im Museum Ostwall.

Vorher gab es an dieser Stelle das Martin-Kippenberger-Kabinett, das ganz dem gebürtigen Dortmunder und seiner schrägen, inzwischen weltberühmten Kunst gewidmet war. Doch der Leihgeber hatte Werke wie etwa die herrlich krumme "Laterne an Betrunkene" leider abgezogen.

Blobs sind ein Geschenk

Dafür zeigte sich ein anderer Sammler überraschend großzügig. Er hat dem Museum die beiden wertvollen Blobs geschenkt, die ihre lustige Bezeichnung dem Horrorfilm "Der Blob, Schrecken ohne Namen" verdanken.

    

Dazu hat Nicole Grothe vier Werke von Susanne Thiemann kombiniert. Die Künstlerin ist die Tochter von Eugen Thiemann, der von 1967 bis 1987 das Museum am Ostwall leitete und 2001 starb. Die Tochter hatte schon als Kind im Museum gespielt.

Amorphe Formen

"Mein Vater hat mich sehr unterstützt. Er war maßgeblich beteiligt an meiner Entscheidung, Künstlerin zu werden", erinnert sich die Tochter. Die gelernte Korbmacherin flechtet Kunststoff in wochenlanger Arbeit zu amorphen Formen, die in der Ecke liegen oder von der Decke hängen.

Die insgesamt sechs Kunstwerke haben also keine benennbare Gestalt, keine Vorbilder, aber um so mehr Humor. Die Flechtgestalten hängen so schwabbelig herum, als hätten sie gerade ihr Rückgrat verloren.

Spannender Gegensatz

Die Blobs aus Polyester sind dagegen steinhart, wirken aber geschmeidig weich. Eine spannender Gegensatz - auch wenn das Berühren in beiden Fällen so verlockend wie verboten ist.

Bleibt nur zu hoffen, dass niemand den kleinen braunen Blob auf dem Boden übersieht. 2010 war bekanntlich ein Museumsbesucher beim Rückwärtsgehen über den "Lichtgeist" von Otto Piene gestolpert und hatte ihn zerstört. Die Blobs sollte man sich trotzdem anschauen - aber gaaaanz vorsichtig.
 

Der neu gestaltete Raum ist Teil der Dauerausstellung des Museums Ostwall im Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse, Di/Mi 11-18, Do/Fr 11-20, Sa/So 11-18 Uhr (Eingang 4. Etage, Tickets gibt's im Erdgeschoss).
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