Folkwang-Museum Essen: Der inspirierende Reiz wilder Exotik
ESSEN In Tunis hatte Karl Ernst Osthaus 1898 ein Erweckungserlebnis. Von seiner ersten Begegnung mit islamischem Kunsthandwerk zeigte sich der 24-Jährige schwer beeindruckt. Im Folkwang-Museum, das er 1902 in Hagen gründete, zeigte er außereuropäische Kunst gleichrangig neben der jungen Moderne.
Albert Renger-Patzsch fotografierte dieses ägyptische Glasgefäß. (Foto: Museum Folkwang)
62 von 1000 Objekten sind zu sehen
Über gut 1000 Objekte verfügt das Museum Folkwang in Essen heute. Einige der fragilen Stücke waren im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 in der ehrgeizigen Sammlungsschau "Das schönste Museum der Welt" zu sehen. 62 hat das Haus nun für eine aufschlussreiche Ausstellung unter dem banalen Titel "Objekt Studio" im lichtgeschützten Souterrain des Altbaues hervorgeholt. Zum Beispiel Masken des japanischen Nô-Theaters. Besonders reizvoll ist die Idee des Kurators Marcel Schumacher, Vasen, Becher und Schüsseln, darunter früheste ägyptische Glaskunst aus dem Jahr 1600 vor Beginn unserer Zeitrechnung ebenso wie Götterskulpturen mit Fotos von Albert Renger-Patzsch zu konfrontieren, der sie auf das Raffinierteste inszeniert hat.
Buddha-Statuen
Buddha-Figuren aus Thailand finden sich neben Fotos von Germaine Krull und Ursula Schulz-Dornberg, die sie an ihren Ursprungsorten in Tempelanlagen vorführen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Videos von Ulrike Rosenbach und Michael Buthe. Sie zeigen, wie auch Künstler des zwanzigsten Jahrhunderts dem faszinierenden Bann fremder Exotik erliegen.




