Ausstellung über Preußen Münster: Die Adler kommen

MÜNSTER Geht Münsters stolzer Preußen-Adler fremd? In der Galerie Schneeberger sieht das so aus. Der Fußball-Wappenvogel prangt dort nicht schwarz auf grün, sondern in allen möglichen Kombinationen – sogar rot auf weiß. Preußens Adler in den Farben von Rot-Weiss Essen, das ist eine Provokation.

  • Michael Rickert ist Künstler aus Münster und Kunstlehrer am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Hiltrup. Den Preußen-Adler gewann er überraschend neue Facetten ab.

    Michael Rickert ist Künstler aus Münster und Kunstlehrer am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Hiltrup. Den Preußen-Adler gewann er überraschend neue Facetten ab. Foto: Manuel Jennen

Aber eine schöne! Und den Preußen gefällt sie auch. Künstler Michael Rickert hat 15 Adler gemalt. Einer ziert bereits den VIP-Bereich des Fußballclubs, die übrigen 14 sind bei Schneeberger am Drubbel ausgestellt.

Die Gemälde sind Diptychen, das heißt, sie sind aus zwei Leinwänden zusammengesetzt. Galerist Bernhard Schneeberger erklärt das Verfahren: Der Künstler malt auf jede Leinwand eine Hälfte des symmetrischen Wappentiers, er trägt die Farbe dick auf und arbeitet teils Granulat aus recycelten Metallen ein. Dann klappt er die beiden Hälften zusammen wie ein Blatt Papier bei einem Rorschachtest und reißt sie wieder auseinander.

Die plastischen Effekte, die dabei auf der Farboberfläche entstehen, sind verblüffend. Einige Adler sehen aus wie aus Ton gebrannt, andere sind fein geädert wie Pflanzenblätter. Ein buntes Exemplar sieht aus, als hätte es Rickert mit den zerstampften Schalen von tausend gefärbten Eiern bestreut.

Der Adler verändert sich

Dabei verändert sich der Charakter des preußischen Wappenvogels. Auf einigen Bildern – etwa einem besonders schönen gold-blauen – verkörpert er noch Pracht und Macht der Monarchie.

Manchmal wirken die Schwingen aber auch zart und fragil wie Libellenflügel, ausgezehrt wie Fossilien oder gespenstisch schemenhaft. Es gibt sowohl einen dunklen Adler auf schwarzem Grund als auch einen weißen Adler auf hellem Grund, durch die Relief-Technik wirken aber gerade diese Vögel besonders prägnant und geschmackvoll. Kunst und Fußball können sich so einig sein.

Michael Rickert: Die Adler kommen. Galerie Schneeberger, bis 15. Dezember, Drubbel 4 (Räume des Agenda-Verlags im 2. Stock), Di bis Fr 11 - 15 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. (02 51) 79 96 10.
 www.galerie-schneeberger.de
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