Stadtmuseum Bergkamen: Dortmunder sammelt schöne Krippen aus Polen

BERGKAMEN / DORTMUND Eine Krippe steht bei den meisten Menschen heute im Weihnachtszimmer. Der Dortmunder Autor und ehemalige Kulturdezernent der Stadt Bergkamen, Dieter Treeck, hat ein ganzes Zimmer nur für seine Krippen. Und die kommen zum größten Teil aus Polen. 55 davon zeigt er zurzeit in der Ausstellung "Auf Heu und Stroh" im Stadtmuseum Bergkamen.

  • Der Dortmunder Autor Dieter Treeck sammelt seit fast 40 Jahren Krippen aus Polen. Die schönsten sind zurzeit im Stadtmuseum Bergkamen zu sehen.

    Der Dortmunder Autor Dieter Treeck sammelt seit fast 40 Jahren Krippen aus Polen. Die schönsten sind zurzeit im Stadtmuseum Bergkamen zu sehen. Foto: Gaß

1974 war Dieter Treeck zum ersten Mal in Polen. Seitdem reist er zweimal im Jahr dort hin, ist fasziniert von der Volkskunst und hat meist auf dem Rückweg eine Krippe im Gepäck.

An russische Kunst erinnern die orientalisch bunten Krippen. Ein besonders schönes Exemplar ist ganz filigran aus Staniolpapier gefertigt.

Volkskunst

Die großen Augen fallen bei fast allen Figuren auf. An naive Malerei erinnert die Schnitzkunst der Volkskünstler, die liebevoll die Geburtsszene gestaltet haben.

Aus einem Baumstamm sind ganze Gruppen geschnitzt, auf mehreren Etagen sind Figurengruppen platziert, und manchmal steht sogar der Tod als Teufel in der Nähe der Krippe.

Dafür fehlen oft Ochs und Esel, die eigentlich auch gar nicht in eine Krippe gehören.

Weit aufgerissene Augen

Zu jeder Krippe kann Dieter Treeck eine Geschichte erzählen: von einer psychisch gestörten Frau, die ihre Figuren mit weit aufgerissenen Augen gestaltet hat - so, als würden sie unter Verfolgungswahn leiden.

Von Schnitzern, die in oberschlesischer, deutscher Tradition arbeiten oder vom Vater der die Liebe zur Schnitzerei an die Tochter weitergegeben hat.

Individuell gestatet

"In Polen sind alle Krippen sehr individuell. Auch, wenn ein Schnitzer mehrere fertigt, sieht jede anders aus. Das ist bei den Südtiroler Schnitzern ganz anders", erzählt Treeck. Sehr bunt sind sie alle.

Schlichte, unbemalte Krippen aus Birkenholz oder die eines Korbflechters sind Ausnahmen in der Sammlung.

Weihnachten in Ungarn

Bei Dieter Treeck steht Heiligabend keine Krippe unterm Baum. "Ich bin kein religiöser, sondern ein spiritueller Mensch", sagt er. Weihnachten verbringt er mit seiner Lebensgefährtin, der ungarischen Schauspielerin Kriszti Kiss, seit einigen Jahren immer in Budapest.

    
Und auch da hat er schon Krippen gefunden, die wieder ganz anders sind: in Keramikgefäßen sitzt dort die Heilige Familie eng aneinander geschmiegt.

Unerfüllte Wünsche

"Weihnachten ist für mich das Fest der unerfüllten Wünsche und großen Hoffnungen", sagt Dieter Treeck und zieht jedes Jahr am 24. Dezember durch die Donaustadt, auf der Suche nach dem Gefühl der Kindheit. - Meist findet er dabei eine Krippe.
 

Stadtmuseum Bergkamen: Weihnachtskrippen aus Polen aus der Volkskunstsammlung von Dieter Treeck, bis 3.2., Jahnstraße 31, Di-Fr 10-12 und 14-17 Uhr, Sa 14-17 Uhr, So 11-18 Uhr.

Bis 2.1. ist das Museum geschlossen, am 26. und 30.12. sowie 1.1. gibt es von 16-17 Uhr Prosecco-Führungen durch die Ausstellung.
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