Museum Ostwall Dortmund: Wa(h)re Kunst zum Wundern

DORTMUND Der echte "Schrei" von Munch ist für die meisten ebenso unerschwinglich wie die Bleiglaskunst von Frank Lloyd Wright oder die fließenden Uhren von Dali. Aber als Repliken macht diese Kunst Spaß, und dafür gibt es die Museumsshops. So einen "Museumsshop als Wunderkammer" hat der Kunsttheoretiker und Künstler Bazon Brock nun im Museum Ostwall im Dortmunder U eingerichtet

  • Bazon Brock präsentiert im Museum Ostwall  Schaufenster einen Museumsshop als Wunderkammer.

    Bazon Brock präsentiert im Museum Ostwall Schaufenster einen Museumsshop als Wunderkammer. Foto: Menne

Ab heute präsentiert er im Schaufenster in der vierten Etage "Wa(h)re Kunst" - witzige Objekte und Souvenirs, die inzwischen auch Kunst mit Sammlerwert sind.

"Die Menschen sind emotional beschränkt. Sie kennen nur sechs Grundformen von Emotionen", redete sich Brock gestern beim Presserundgang launig in Bestform und stimmte auf seinen Einführungsvortrag ein. Der wird auf Video mitgeschnitten und ist in der Ausstellung dann zu sehend.

Essen auf Rädern

"Die Künstler fingen an, zu überlegen, wie sie mehr Emotionen auslösen können und machten Werke zu Werkzeugen", referierte Brock kunsthistorisch weiter und leitete über zu Michelangelos David, zu Barbies Ken zwischen Komponisten-Büsten und "Essen auf Rädern" als Teller mit Schnur.

Pins von Warhols Suppendose, Designer-Stühle, auf denen allenfalls ein Handy Platz nehmen kann und Mona Lisa auf einem Kissen sieht man in Brocks Wunderkammer. Und Dalis Uhr aus Wachs mit Docht. Würde man sie anzünden, würde das Zerfließen noch deutlicher.

Der Schrei als Gummipuppe

Frank Lloyd Wright ist mit einem Baukasten vertreten, von Arbeiten von Picasso, Kandinsky und Chagall gibt es Broschen. Kaufen kann man diese Dinge nicht.

Erst recht nicht den "Schrei" von Munch als Aufblaspuppe. Er steht neben einer Gummipuppe aus dem Sex-Shop. - Wer mehr schreit, kann man nur ahnen. Von der Munch-Puppe gibt es nur noch dieses Exemplar.

Kunst auf Kondomen

Freude spenden nebenan die Kondom-Schächtelchen mit Kunst auf der Pappe: Warhols Suppendose mit Überstreifgummi, einem Mondrian-Präservativ und Beuys-Gummis.

Der ehemalige Dortmunder Stadtdirektor und Vorsitzende des Museums-Freundeskreises, Klaus Fehlemann, kennt Brock von der Hamburger Kunsthochschule, an der damals auch Otto Waalkes Student war.

Museumsshop in Dortmund geplant

Er hat die Ausstellung initiiert. "Als Mahnmal, dass das Museum Ostwall einen Museumsshop bekommt. Weil er davon so begeistert ist, soll der Freundeskreis diese komplette Ausstellung kaufen und in dem Shop aufhängen. "Damit klar ist, welche Qualität wie anstreben. Damit es keine Nippesbude wird", sagt Fehlemann.

Museum Ostwall im Dortmunder U: "Wa(h)re Kunst", 29.11. Eröffnung um 18.30 Uhr) bis 1.4., Leonie-Reygers-Terrasse, Di/Mi/Sa/So 11-18 uhr, Do/Fr 11-20 Uhr.
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