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THEMA Filmkritik
16.12.2012 16:30 Uhr
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Donnerstag im Kino: Die Abenteuer des Huck Finn

ESSEN Während Erwachsene rätseln, wem der Rummel gilt, sind die aufgekratzten Kinder im Bilde: Leon Seidel und Louis Hofmann heißen die Stars, denen sie ihre Blöcke entgegen recken. Autogramme von Tom Sawyer und Huck Finn, das wäre schön.Von Kai-Uwe Brinkmann

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Posieren vor der Essener Lichtburg: Regisseurin Hermine Huntgeburth und die Darsteller (v.l.) Louis Hofmann, Jacky Ido, Leon Seidel und Mathias Herrmann. (Foto: Brinkmann)

Am Samstag hatte die Essener Lichtburg den roten Teppich für die Macher von "Die Abenteuer des Huck Finn" ausgerollt. Nach "Tom Sawyer" legt Hermine Huntgeburth ihre zweite Mark Twain-Verfilmung vor.

Kinderstars im Blitzlicht

Leon Seidel spielt wieder den Huck, Louis Hofmann den Tom. Mit 15 Jahren posiert man gerne im Blitzlicht. Geduldig lächeln die Jungs in die Objektive, lassen sich von Darsteller-Kollege Jacky Ido für ein Foto in die Luft heben. Seidel holt sich eine Cola, im Flur trällert Hofmann "I'm So Exited", dann gehen beide in "ihren" Film.

Der großenteils Huck Finns Film ist: Durch Indianer Joes Schatz reich geworden, lebt er bei der Witwe Douglas. Das Geld lockt Hucks Vater (August Diehl) an. Er bedrängt den Jungen, ihm die 6000 Dollar auszuhändigen. Huck sucht das Weite. Mit Jim, dem Haussklaven der Witwe (Jacky Ido), baut er ein Floß und lässt sich den Fluss hinab treiben.

Nichts angehübscht

Hermine Huntgeburth hat ihren Mississippi im Donaudelta gefunden. Trotzdem fängt sie das Flair des amerikanischen Südens glaubhaft ein. Erdige Farben, schöne Lichtstimmungen, ein träger Strom. Niki Reisers Musik, mit Banjo, Fiedel, Maultrommel, klingt manchmal nach Morricone und immer nach Western. Maske, Kostüm, Ausstattung sind einem dreckigen Realismus verpflichtet, der nichts anhübscht, sondern Lumpenpack mit grindigen Visagen, struppigen Bärten und schlechten Zähnen zeigt.

Henry Hübchen, Milan Peschel, Andreas Schmidt spielen Kopfgeldjäger, die Jim fangen wollen. Huck trickst die Tölpel aus und hat die Lacher auf seiner Seite. Witz und Nervenkitzel halten sich die Waage in diesem Abenteuer, das den Mumm hat, den Wilden Westen in voller Schäbigkeit und Grausamkeit (Sklaverei) vorzuführen. Sehenswert - ab Donnerstag (20.12.) im Kino.

 

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