"Anna Karenina": Die Welt ist eine Bühne - und Keira Knightley ihr Star
Tolstois Klassiker als großes Theater: Joe Wright erteilt in seinem Kinofilm „Anna Karenina“ dem Naturalismus eine Absage.
In der Titelrolle: die stets zerbrechlich und ebenso zickig wirkende Keira Knightley. (Foto: dpa)
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Die Titelheldin ist eine Augenweide
Keira Knightley spielt die Anna. Eine Augenweide. Jude Law (kontrolliert und gut) ist als ihr Mann zu sehen. Neun Jahre sind sie verheiratet, leben im Luxus. Alles in Butter. Bis sich Anna in den jungen Offizier Vronsky (Aaron Taylor-Johnson) verguckt. Der Magnetismus ist wechselseitig, nimmt hier doch eine der großen Ehebruchsgeschichten der Weltliteratur ihren Lauf.
Händchen für literarische Stoffe
Joe Wright hat ein Händchen für literarische Stoffe, „Stolz und Vorurteil“ hat er auch verfilmt. Psychologisches umreißt er sehr geschickt. Annas und Vronskys Annäherung passiert über Blicke. Keira Knightley zeigt in der Sekunde zwischen Schreck und Verlangen, dass sie mehr ist als ein fotogenes Magermodel. Und die Ball-Sequenz ist nicht nur erotisch aufgeladen, sondern auch elegant choreografiert und von Seamus McGarvey wunderbar „musikalisch“ fotografiert.
Kostüme und knisternde Leidenschaft
Kostüme, Bewegung, süffige Musik, knisternde Leidenschaft: ein Schmankerl für Ästheten. Dass die Tragik verbotener Liebe nicht voll durchschlägt, mag an der fehlenden Chemie zwischen Knightley und dem blassen Taylor-Johnson liegen. Zum Glück rührt ein anderes Paar zu Tränen: Kitty (Alicia Vikander) und Levin (Domhnall Gleeson). Intelligentes Welttheater und bilderpralles Kino.






