Im Kino: Mit dem "Kleinen Hobbit" zurück nach Mittelerde
Zehn Jahre ist es her, dass die Schlacht um Mittelerde geschlagen war, Hobbits und Orks von der Leinwand verschwanden. Fantasy-Epen wie die "Narnia"-Filme konnten das Loch nicht füllen, in das "Herr der Ringe"-Fans nach Ende der Trilogie fielen. Das Warten hat eine Ende: Diese Woche startet "Der Hobbit".
Andy Serkis lieh Gollum seine Mimik und Gestik.
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Regisseur Peter Jackson und sein bewährtes Team haben alles in den Film gepackt, was die Fans lieben. Klotzige Schauwerte. Thronsäle wie Kathedralen, Höhlen wie riesige Katakomben.
Naturschwärmerei. Neuseelands Schönheit wird wieder ausgiebig in Szene gesetzt. Bergrücken und Hochplateaus, fotografiert vom Helikopter.
Tricks und Effekte satt
Dazu viele Scharmützel mit Ork-Gesindel und Wölfen. Tricks und Effekte satt, fotorealistisch, in 3D, gedreht mit stolzen 48 Bildern pro Sekunde, weil's irgendwie besser sein soll.
Nicht zuletzt fährt Jackson ein Ensemble bewährter Helden auf. Wobei er und seine Mit-Autoren (darunter Guillermo del Toro) schon mal Tolkiens Vorlage umschreiben, damit Frodo (Elijah Wood) oder Elfenfürstin Galadriel (Cate Blanchett) zu Auftritten kommen.
Aus 330 Seiten drei Filme
Wie macht man aus dürren 330 Seiten drei Filme? Indem man anstrickt, zurück blendet und Personal etabliert, das bei Tolkien bloß Hörensagen bleibt. Wie Christopher Lees Saruman.
Oder der Zauberer Radagast. Der stellt sich als Waldschrat und Tierfreund vor und brettert in einem Schlitten, den Kaninchen ziehen, über die Heide.
Königreich unterm Berge
Jackson startet mit einem Prolog, der die goldenen Zeiten beschwört, als die Zwerge untem Berge ein Königreich hatten und in Saus und Braus lebten.
Mit dem Angriff eines Drachen war die Herrlichkeit dahin. Ein Zeitsprung und wir sind im Auenland, wo Bilbo (Martin Freeman) von Gandalf (Ian McKellen) und 13 Zwergen überrumpelt wird. Uneingeladen mampfen sie Bilbos Speisekammer leer.
Schlemmer-Orgie
In die burleske Schlemmer-Orgie hinein raunt Oberzwerg Thorin Eichenschild von einem Schatz und dem verlorenen Königreich. Auf gehts Richtung Westen. Wieder ziehen die Gefährten los. In ein Abenteuer, das bei Tolkien nach einer Vorzeichnung zu seinem Opus magnum aussieht.
Jackson lässt keinen Zweifel, dass er den "Hobbit" zu epischem Format aufblasen will - und kann. Strategisch clever platziert er die Action-Sequenzen. Wo sie im Buch fehlen, erfindet er sie. Das Handwerk der Spannungsmache beherrscht Jackson aus dem Effeff. In den Ork-Höhlen brennt er ein Feuerwerk à la "Indiana Jones" ab. Bilbo trifft derweil auf Gollum (und den Ring).
Grottenolm mit Seele
Der "Grottenolm" sieht beseelter aus als früher, blaue Kinderaugen, verschlagenes Gesicht. Es folgen mehr Orks, mehr Wölfe, mehr Kampf. Ein Groß-Spektakel, ausgebufft und routiniert gemacht.
Von einem Zeremonienmeister (Jackson), der längst so eine Art Konzernchef von "Tolkien Industries" ist. Trotzdem berauschend. Kai-Uwe Brinkmann






