"Life Of Pi": Perfekte Trick-Illusion

Ein Junge und ein Tiger treiben in einem Rettungsboot auf dem Meer. Auf engstem Raum entwickeln sie ein Miteinander, auf Abstand, aber doch eine Koexistenz.

  • Ein Tiger aus dem Rechner und  Pi (Suraj Sharma) in einer Szene des Kinofilms "Life Of Pi".

    Ein Tiger aus dem Rechner und Pi (Suraj Sharma) in einer Szene des Kinofilms "Life Of Pi". Foto: Twentieth Century Fox

Der Junge versorgt den Tiger mit Wasser und Fischen. Der Tiger wird zu einem Gefährten, der dem Jungen den Trost gibt, dass er nicht allein ist mit sich, der Wasserwüste und einem Allmächtigen, der ihn durch eine harte Prüfung schickt.

Spirituelle Parabel

"Life Of Pi", der Roman von Yann Martel, oszilliert zwischen Märchen, Odyssee, Survival-Spannung und spiritueller Parabel. Ang Lee ("Tiger And Dragon", "Brokeback Mountain") hat den Bestseller nun verfilmt und tatsächlich all seine Facetten auf die Leinwand gebracht.

Die Geschichte beginnt in Indien, wo Piscine als Sohn eines Zoodirektors aufwächst. Seinen Namen, den er der Begeisterung des Großvaters für ein Pariser Schwimmbad verdankt, verkürzt er auf "Pi".

Schiffbruch

Seine Familie will Indiens flirrende Exotik gegen Kanada tauschen. Sie besteigt ein Schiff, Zootiere sind auch an Bord. Ein mächtiger Sturm kommt auf, das Schiff sinkt. Pi (Suraj Sharma) überlebt und kann sich auf ein Beiboot retten.

Anfangs ist das Boot eine kleine Arche Noah, bevölkert von einem Zebra, einem Orang Utan, einer Hyäne - und dem Tiger, der sich unter der Plane versteckt. Als die Tiere sich dezimieren, sind nur noch Pi und der Tiger übrig, den Pis Vater "Richard Parker" getauft hatte. Ein seltsames Paar, das Zufall oder Vorsehung da zusammengebracht haben.

Digitales Raubtier

Der Tiger steht im Range eines Hauptdarstellers. Nicht vermenschlicht, nicht verniedlicht, ein prächtiges Raubtier durch und durch. Fast alle (3D-)Aufnahmen mit Tiger kommen aus dem Rechner. Die Trick-Illusion ist so perfekt, dass man glauben möchte, Mensch und Tiger schaukelten wirklich gemeinsam auf der kleinen Nussschale.

Die Musik verströmt majestätische Erhabenheit, wenn der Schiffbrüchige über Gott meditiert, dessen Wunder sich vor ihm auftun. Im Mondlicht taucht ein fluoreszierender Wal aus der Tiefe empor. Kleinstlebewesen bringen das Wasser zum Leuchten. Faszinierende Bilder.

Zauberhaft

Kino-Poesie, die das Leben und die Schöpfung feiert, aber auch Seemannsgarn und Abenteuer zu ihrem Recht kommen lässt. Zauberhaft.

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