Im Kino: Red Dawn: Geländespiele an der Heimatfront

Nordkoreaner greifen Amerika an und bringen ganze Landstriche unter ihre Kontrolle. Ein Häuflein Teenager flüchtet in den Wald und startet einen Partisanenkrieg gegen die Besatzer. „Red Dawn“ ist das Remake von John Milius’ Film „Die rote Flut“.

  • Matt (Josh Peck), Robert (Josh Hutcherson) und Daryl (Connor Cruise) sind Teil der Wolverines (v.l.).

    Matt (Josh Peck), Robert (Josh Hutcherson) und Daryl (Connor Cruise) sind Teil der Wolverines (v.l.). Foto: dpa

1984 heizte Milius den kalten Krieg zum heißen an, damals waren es Russen und Kubaner, die sich Amerika einverleiben wollten. Dan Bradleys Version beschwört mit Nachrichtenbildern von Obama und Hillary Clinton ein diffuses Bedrohungsszenario.

Was die roten Schergen planen, bleibt nebulös. Entscheidend ist, dass sie Unschuldige töten. Der Sheriff der Kleinstadt wird erschossen, als er seinen Söhnen diese Botschaft zuruft: „Ich will, dass ihr in den Krieg zieht und den Scheißkerl hier tötet!“

Markige Worte

Gesagt, getan: Jungs und Mädels greifen zu den Waffen, legen Hinterhalte und Sprengfallen, verteilen Nadelstiche gegen die Besatzer.

Marine-Soldat Jed (Chris Hemsworth) wird ihr Anführer. Auch er findet markige Worte: „Wir haben die Freiheit geerbt, jetzt müssen wir sie verteidigen. Krieg ist hässlich und hart, aber wir kämpfen für unsere Familien!“

Sportliches Geländespiel

Hart und hässlich? In diesem Machwerk gleicht der Krieg einem sportlichen Geländespiel. Der Drill jugendlicher Freiheitskämpfer wird im Stil einer fidelen Revue abgehandelt, Überfälle sehen nach Lausbuben-Streichen aus. Lustig ist das Soldatenleben.

Am Lagerfeuer bleibt immer Zeit für Witzelei und Geturtel. Schießprügel machen sexy, bewundernde Blicke der Mädels sind garantiert.

Allmachtstraum

Dass eine hochgerüstete Militärmaschine von ein paar Kindersoldaten aufgemischt werden kann, ist schlichtweg Blödsinn. Bradleys Film läuft auf einen pubertären Allmachts-traum hinaus, wo Milchbubis ihre Herzdamen aus Gefangenenlagern retten. Zu sehen gibt es Action-Versatzstücke, untermalt von klischeehaft rumpelnder Musik.

Ein Film, so verlogen wie dämlich und ärgerlich. Er propagiert das Heldentum des kleinen Mannes, befeuert dumpfe Ressentiments gegen asiatische „Horden“ und lässt als guten Amerikaner gelten, wer mit dem Gewehr in der Hand seine Heimat verteidigt. Die amerikanische Waffenlobby wird sich freuen.
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