Ausstellung im Picasso-Museum: Marc Chagall malt die Bibel

MÜNSTER Zum 125. Geburtstag von Marc Chagall (1887-1985) zeigt das Picasso-Museum in Münster die Ausstellung „Marc Chagall und die Bibel“. Schon vor der Eröffnung am 6. Oktober gab es einen Ansturm: 1200 Führungen sind reserviert, darunter allein 100 Schulklassen.

  • Marc Chagall: "Das Hohelied IV"

    Marc Chagall: "Das Hohelied IV" Foto: RMN-Grand-Palais/Gérard Blot/VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Mit rund 160 Gemälden, Grafiken, Keramiken, Glasmalereien und Handzeichnungen gibt die Ausstellung einen Querschnitt durch das Schaffen des Künstlers zur Heiligen Schrift.

Ein Höhepunkt der Ausstellung ist das wirkmächtige, großformatige Gemälde „König David“, eine Leihgabe aus dem Museum Centre Pompidou in Paris. Museumsleiter Markus Müller beschrieb das Bild beim Rundgang als die „Mona Lisa“ der Ausstellung.

Farbenprächtige Fenster
 
Ein Genuss ist auch der Raum mit den farbenprächtigen Fensterentwürfen. Im Zentrum steht die Fensterrose für die Kathedrale St. Etienne in Metz. Chagall formte aus elf Glaselementen auf Holz eine „Rose“, die tiefblau strahlt. Das prächtige Kirchenfenster hat einen Durchmesser von zwei Metern.

Enkelin von Marc Chagall
 
Geplant und abgestimmt hat Müller die Ausstellung mit Marc Chagalls Enkelin Meret Meyer. „Mein Großvater war ein Brückenbauer zwischen den Weltreligionen“, sagte sie beim Rundgang durch das Picassomuseum in Münster. „Er ist eingetreten für die Verständigung zwischen den Völkern und Religionen. Aber wir sind heute weiter entfernt davon denn je.“

Müller ergänzte, Chagall habe wie kein anderer die Befindlichkeiten des Menschen im 20. Jahrhunderts beschrieben. Er habe keine Kirchenkunst und keine leeren, sakralen Hüllen geschaffen, sondern „religiöse Kunst aus authentischer, biografischer Perspektive“.

Chagall und Picasso kannten sich zwar, gemocht haben sie sich aber nicht. „Meine Eltern waren mit Picasso befreundet“, erzählte die Enkelin. „Das kam nicht gut an.“
 
Führungen mit Rabbi

Das Picassomuseum reagierte auf die große Nachfrage und erweiterte die Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, freitags sogar bis 20 Uhr. Am 12. Januar 2013 gibt es eine lange Chagall-Nacht bis 22 Uhr. Zum Thema „Marc Chagall und das Judentum“ gibt es Sonderführungen mit Rabbi Efraim Yehoud-Desel und seiner Frau, der Kunsthistorikerin Jutta Desel.
 
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Autor
Sabine Müller
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    5. Oktober 2012, 14:16 Uhr
    Aktualisiert:
    5. Oktober 2012, 17:12 Uhr