Jazzfestival Münster gestartet: Musik auf dem Ferrari

MÜNSTER Der Ferrari-rote Flügel ist ein Markenzeichen des münsterschen Jazzfestivals – und hatte auch am Freitag zur Eröffnung wieder einen großen Auftritt unter den Fingern der Pianistin Julia Hülsmann. Tatsächlich war dieser „alte Bekannte“ aber zum ersten Mal in Münster.

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  • Meister des Saxofons: Matia Cigalini.

    Meister des Saxofons: Matia Cigalini. Foto: Johannes Wallat

  • Der italienische Virtuose beherrscht sein Instrument in allen Lagen.

    Der italienische Virtuose beherrscht sein Instrument in allen Lagen. Foto: Johannes Wallat

  • Der rote Flügel wurde am Donnerstagabend im Pianohaus Micke bereits eingeweiht - mit einem Konzert der Pianisten Clemens Rave und Caroline Weichert.

    Der rote Flügel wurde am Donnerstagabend im Pianohaus Micke bereits eingeweiht - mit einem Konzert der Pianisten Clemens Rave und Caroline Weichert. Foto: Günter Moseler

  • Saxofonist Mattia Cigalini huldigte zum Auftakt Pop-Göttinnen wie Lady Gaga und Jennifer Lopez - und ließ sich zwischendurch selbst ganz versonnen von der Musik mitreißen.

    Saxofonist Mattia Cigalini huldigte zum Auftakt Pop-Göttinnen wie Lady Gaga und Jennifer Lopez - und ließ sich zwischendurch selbst ganz versonnen von der Musik mitreißen. Foto: Johannes Wallat

Bisher gab es nur einen einzigen Ferrari-roten Steinway-Flügel des Modells „D 2,74 Meter“. Der stand in der Konzernzentrale in Hamburg. Da Münsters Steinway-Pianohaus Micke das Jazzfestival sponsert, liehen die Hamburger das Instrument nach Münster aus.

Flügel nach China verkauft

In der Zwischenzeit hat das sagenhaft extravagante Prachtstück aber private Liebhaber gefunden: „Chinesische Käufer haben den roten Flügel erworben“, erzählt Klavierhändler Rudolf Micke. Zum Glück ließ man in Hamburg aber flugs einen neuen Flügel rot lackieren. Und zum Glück konnte Münster ihn bekommen – obwohl auch ein anderes Pianohaus Bedarf angemeldet hatte und Rudolf Micke sich ins Zeug legen musste. Klingt ein Ferrari-roter Flügel anders als ein schwarzer? „Nein“, sagt Micke, „bis auf die Farbe ist die Zusammensetzung des Lacks völlig gleich“.

Organisator Fritz Schmücker wurde gestern kurz vor der Eröffnung nur von „leichtem Adrenalin“ durchpulst. Alles hatte wunderbar geklappt: keine Absagen, keine Krankheiten, drei absolut ausverkaufte Festivaltage. Nur das US-Quartett um Drummer Billy Martin, das gestern den Abend aufregend ausklingen lassen sollte, hatte mehr Instrumente mitgebracht als am Flughafen ins Auto passten. Doch das ließ sich lösen, sagt Schmücker.

Eigene Handschrift wichtig

Der Kulturmanager hatte in den vergangenen Tagen bereits das Symposium der Jazz-Experten-Gruppe „Radio Jazz Research“ in Münster willkommen geheißen. Die Fachleute waren sich einig: Erfolg haben Festivals, die eine erkennbare Handschrift besitzen. Münsters Profil besteht aus jungen, spannenden Musiker-Entdeckungen ohne Star-Allüren – so wie der italienische Saxofonist Mattia Cigalini, der gestern den Abend im Theater mit seinem Quartett eröffnete.

Deshalb hält Schmücker auch nichts davon, mehr Konzerte anzubieten oder in eine größere Spielstätte auszuweichen, obwohl chronischer Kartenmangel herrscht. „Wir wissen nicht, ob wir 100, 500, oder 800 Karten mehr verkaufen könnten“, sagt er. „Wenn wir zu viele Karten anbieten würden, müssten wir womöglich zwangsweise berühmte Namen bieten, um das Haus voll zu bekommen. Münsters Theater ist für unsere Künstler der ideale Ort, hier bleiben wir.“
 
Ein angekündigtes Trio wird zum Quartett: Im Ensemble der israelischen Posaunistin Reut Regev spielt am Samstag um 17.30 Uhr auch Gitarrist Jean-Paul Bourelly mit.
Autor
Manuel Jennen
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. Januar 2013, 20:24 Uhr
    Aktualisiert:
    6. Januar 2013, 18:33 Uhr
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