25 Jahre Pariser Institut du monde arabe

Paris (dpa) Tausendundeine Nacht» heißt die Ausstellung, mit der das Pariser Institut du monde arabe (IMA) seinen 25. Geburtstag feiert. Der Anfang seiner Geschichte klingt tatsächlich wie eine dieser herrlichen Erzählungen aus dem weltberühmten Sammelwerk.

  • Die Südfassade des Institut du Monde Arabe in Paris, aufgenommen am 03.03.2007. Foto: Thomas Muncke

    Die Südfassade des Institut du Monde Arabe in Paris, aufgenommen am 03.03.2007. Foto: Thomas Muncke Foto: dpa

Mit der Eröffnung des Instituts der arabischen Welt am 30. November 1987 wollte man eine kulturelle Brücke zwischen Frankreich und der arabischen Welt schlagen und den interkulturellen Dialog fördern. Ein damals einzigartiges und kühnes Unternehmen. Doch was folgte, glich einem Ränkespiel um Geld und Macht. Nun will Frankreich, Gründungsmitglied und einer der Hauptgeldgeber, Ordnung in die Einrichtung an der Seine bringen.

Frankreich wünscht sich einen Neustart für das Institut der arabischen Welt, das durch seine Glas- und Stahlarchitektur von Jean Nouvel weltbekannt ist und erst im November eine Zweigstelle in der nordfranzösischen Stadt Tourcoing eröffnet hat. Man wolle durch eine Erneuerung und Neuorganisation das Blatt wenden und ein neues Kapitel schreiben, ließ kürzlich das französische Außenministerium verlauten. Es reagierte damit auf einen Bericht des Rechnungshofes, der dem prächtigen Kulturhaus Missmanagement auf ganzer Linie bescheinigte.

Bemängelt wurden «anhaltende Missstände» in Verwaltung, Organisation, Finanzierung, Programmatik und beim Personal. Das Jahresbudget von mehreren Millionen Euro wird zu 50 Prozent von Frankreich finanziert, für die restlichen Prozent sollen die 22 Mitglieder der Arabischen Liga aufkommen. Aber nur selten kommen alle arabischen Partner ihrer Zahlungspflicht nach. Mal fehlten die Beiträge des Irak, mal die von Libyen. Auch reiche Länder zierten sich.

Das IMA hatte schon einen holprigen Start. Der Bau mit seiner spektakulären Fassade aus Irisblenden hatte das Budget von damals 400 Millionen Franc bei weitem überschritten. Für das Funktionieren der Kulturmaschine fehlten die Mittel.

Jean Nouvel hat den Südteil des neunstöckigen Gebäudes mit einer Glas- und Aluminium-Fassade aus Tausenden von Irisblenden bedeckt. Je nach Lichteinfall sollen sich die computergesteuerten Blenden öffnen oder schließen und im Innern wunderbare Lichtreflexe erzeugen. Die Mechanik funktioniert schon lange nicht mehr. Die auf rund eine Million Euro geschätzte Reparatur will niemand zahlen.

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Autor
Sabine Glaubitz, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    28. Dezember 2012, 14:37 Uhr
    Aktualisiert:
    28. Dezember 2012, 14:39 Uhr