Tipps bei Schnee: Glätte und eingeschneite Parklücken: Fahrtipps für den Winter

BERLIN/MÜNCHEN Im Winter geht manchmal einfach nichts mehr: Auf der spiegelglatten Straße, in der eingeschneiten Parklücke oder im dichten Schneetreiben kommen auch routinierte Autofahrer an ihre Grenzen. Ein paar Tricks können dann helfen.

  • Immer schön sachte: Wenn im Winter alles weiß ist, fordern Bremsen und Lenken den Autofahrer heraus.

    Immer schön sachte: Wenn im Winter alles weiß ist, fordern Bremsen und Lenken den Autofahrer heraus. Foto: dpa

Wenn im Winter das Lenken plötzlich ganz leicht geht, ist das für Autofahrer der Supergau. Die Reifen gleiten über Eis, der Fahrer hat keine Kontrolle mehr. Winterreifen allein reichen nicht, um in der kalten Jahreszeit sicher unterwegs zu sein.

    
Wollen Autofahrer trotz Eis und Schnee möglichst immer Herr der Lage sein, sollten sie ein paar Kniffe kennen.

Bremsen: «Auf keinen Fall die Stotterbremse», warnt Gerhard von Bressensdorf, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände in Berlin. «Das ist ein veralteter Tipp.» Wer kein ABS habe, solle auf glatter Straße besser durchgängig, aber gefühlvoll bremsen. Laut Hubert Paulus vom ADAC dürfen Fahrer in Autos mit ABS notfalls auch bei Glätte voll auf die Bremse gehen. Der Brems-Assistent kümmere sich darum, dass der Fahrer weiterhin lenken könne. «Aber bei dem Geräusch nicht erschrecken.»

Beschleunigen: Drehen beim Gasgeben die Reifen durch, greift bei neueren Autos der Schleuderschutz ESP. Eine gelbe Leuchte weise darauf hin, wenn das System einschreitet, erklärt Paulus. «Das zeigt, dass ich zu viel Gas gebe.» ESP bremst das Rad, das durchdreht. Bei Autos ohne die Technik sollten Fahrer Gas wegnehmen, sobald sie spüren, dass die Räder nicht mehr greifen, rät von Bressensdorf.

Schneeketten: Sie funktionieren so ähnlich wie die Stollen unter Fußballschuhen. Die Kette grabe sich in den Schnee ein und erhöhe dadurch den Rollwiderstand des Reifens, erklärt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart. Der Reifen rutscht auf Schnee nicht so leicht weg. Allerdings darf der Fahrer laut Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht schneller als 50 Stundenkilometer fahren. Außerdem dürfe die Kette nur aufgezogen sein, wenn die Straße vollständig mit Schnee bedeckt sei.

Ausparken: Ist der Wagen in der zugeschneiten Parklücke festgefroren, muss der Fahrer ihn nicht unbedingt freischaufeln. Rausschaukeln heißt das Zauberwort. Dabei sollte der Fahrer mit dem Wagen ein kleines Stück nach vorn rollen, um nach einigen Zentimetern schnell in den Rückwärtsgang zu schalten und ein Stück nach hinten zu fahren. Das wiederholt er so lange, bis das Schaukeln ihm genug Schwung gibt, um den Widerstand zu überrollen. Paulus zieht die Fußmatten-Methode vor: Die Matten aus dem Auto kommen auf beiden Seiten unter die Antriebsräder.

Übersteuern: Beim Übersteuern bricht das Heck in einer Kurve aus - oft ein Zeichen für zu hohe Geschwindigkeit. «Das ist schon ein sehr kritischer Zustand», sagt von Bressensdorf. Damit das Auto nicht ins Schleudern gerät, sollte der Fahrer den Fuß vom Gas nehmen und die Kupplung treten. Das nimmt Antriebskräfte von den Rädern und ermöglicht es, wieder zu lenken.

Untersteuern: Untersteuern sei weniger gefährlich als das Übersteuern, sagt Paulus. Dabei rutschen die Vorderräder in einer Kurve fast geradeaus weiter, obwohl das Lenkrad eingeschlagen ist. Auch hierbei gelte: Gas weg und Ruhe bewahren. Dann lasse sich der Wagen in der Regel wieder steuern.

Fahrassistenten: ABS und ESP funktionieren in der Regel auch bei Schnee und Eis normal. Andere Assistenten arbeiten oft mit Kamerasensoren, die Schnee und Eiskrusten außer Gefecht setzen können, erklärt von Bressensdorf. «Spurhalteassistenten bringen bei Schnee zum Beispiel überhaupt nichts, weil die ja gar keine Markierungen wahrnehmen können.»

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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    6. November 2012, 09:27 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 16:38 Uhr