Auf die Firmengröße kommt es an - Wo Berufseinsteiger hinpassen

Berlin (dpa/tmn) Berufseinsteiger fragen sich oft, welche Unternehmensgröße für sie die Richtige ist: Zu einem großen Konzern oder zu einem kleineren Unternehmen? Ersteres verspricht Geld und Renommee, Letzteres eine familiäre Atmosphäre und flache Hierarchien.

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  • Groß oder klein? Nicht nur Berufsanfänger in der Bierbranche müssen sich entscheiden, ob sie lieber in einem großen Konzern oder in einem kleinen Familienbetrieb anfangen. Foto: Franziska Koark

    Groß oder klein? Nicht nur Berufsanfänger in der Bierbranche müssen sich entscheiden, ob sie lieber in einem großen Konzern oder in einem kleinen Familienbetrieb anfangen. Foto: Franziska Koark Foto: dpa

  • Georg Sladek arbeitet für die Radeberger Gruppe - einen Konzern mit 5500 Mitarbeitern. Er schätzt an seinem Arbeitgeber die Internationalität. Foto: Franziska Koark

    Georg Sladek arbeitet für die Radeberger Gruppe - einen Konzern mit 5500 Mitarbeitern. Er schätzt an seinem Arbeitgeber die Internationalität. Foto: Franziska Koark Foto: dpa

  • Sebastian Lenninghausen ist bei einem eher kleinen Unternehmen eingestiegen: Mit rund 100 Mitarbeitern geht es bei der Kölner Brauerei Gaffel Becker & Co familiär zu. Foto: Mascha Dinter

    Sebastian Lenninghausen ist bei einem eher kleinen Unternehmen eingestiegen: Mit rund 100 Mitarbeitern geht es bei der Kölner Brauerei Gaffel Becker & Co familiär zu. Foto: Mascha Dinter Foto: dpa

Startet die Biermarke Schultheiss Pilsener eine Kronkorken-Sammelaktion, hat meist Georg Sladek die Finger im Spiel. Sladek arbeitet als Junior Brand Manager in der Marketingabteilung der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei und entwickelt dort Ideen für Werbekampagnen. Die Berliner Brauerei ist Teil der Radeberger Gruppe. Der Konzern beschäftigt 5500 Mitarbeiter, davon 560 allein am Standort Berlin.

Geht es um die Umsetzung einer neuen Marketingidee, entscheidet Sladek nicht allein. Vielmehr sind viele Fachbereiche eingebunden: Die Marketingleitung des Konzerns in Frankfurt, der Vertrieb, die Grafik, die Rechtsabteilung und häufig noch eine externe Werbeagentur. «Diese Aufgabenteilung und Koordination gehört einfach dazu», sagt der Diplom-Betriebswirt. Für sich allein arbeite man in einem so großen Konzern nie.

Hat Sebastian Lenninghausen eine Idee für eine neue Plakatwerbung, braucht er nur ein Stockwerk hochzugehen. Lenninghausen arbeitet in der Marketing-Abteilung der Kölner Brauerei Gaffel Becker & Co. Derzeit beschäftigt das mittelständische Unternehmen 110 Mitarbeiter. Die Marketing-Abteilung besteht aus Produktmanager Lenninghausen und seinem Abteilungsleiter. Wollen sie in Köln Plakate der Brauerei aufhängen lassen, entwickeln sie die Kampagne in großen Teilen zu zweit. Die Atmosphäre ist familiär. Die Chefs spricht Lenninghausen mit Vornamen an.

Für wen welche Unternehmensgröße die richtige ist, sei Typsache, sagt der Karriereberater Raphael Zehetbauer: Wer vom Typ eher ein Weltenbummler sei, setze besser auf einen internationalen Konzern. Denn dort müsse man unter Umständen bereit sein, auch einmal ein paar Jahre im Ausland zu arbeiten. «Wer eher bodenständig ist, fühlt sich vermutlich in einem kleinen Betrieb wohler, wo der Inhaber einen mit Namen kennt.»

Ein Argument für den Großkonzern ist, dass hier häufig bessere Konditionen locken. Weihnachtsgeld, ein Dienstwagen oder auch mehr Urlaub: Große Konzerne hätten hier häufig mehr Spielraum, sagt die Karriereberaterin Annette Thiele aus Berlin. Auch die Verdienstmöglichkeiten seien oft besser, sagt Karrierecoach Zehetbauer. Ein kleines Start-Up werde sich kaum einen IT-Profi mit 80 000 Euro Jahresgehalt leisten können.

Wer sich selbst eher als Macher versteht, sollte sich dagegen lieber in einem kleineren Unternehmen vorstellen, rät Karrierecoach Annette Thiele aus Berlin. Die Entscheidungswege seien dort von Natur aus kürzer, Projekte könnten schneller auf den Weg gebracht werden.

Das heiße zwar nicht, dass Entscheidungsprozesse in kleineren Unternehmen nicht auch einmal langwierig sein können. «Doch in der Regel erwartet den Mitarbeiter hier ein größeres Aufgabenspektrum, und er ist näher an dem Produkt, der Leistung oder den Kunden des Unternehmens dran.»

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Autor
Mascha Dinter, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    19. November 2012, 10:27 Uhr
    Aktualisiert:
    19. November 2012, 10:32 Uhr
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