Daddeln mit Doppeldisplay: Die Nintendo Wii U im Test

Berlin (dpa/tmn) Hochauflösende Grafik, zeitgemäße Onlineanbindung und dazu ein völlig neues Steuerungskonzept: Nintendo läutet mit der Wii U die neue Konsolengeneration ein. Im Test zeigt das neue Gerät viele spannende Ideen, aber auch ein paar Schönheitsfehler.

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  • Ein Spiel auf zwei Displays: Bei «New Super Mario Bros. U» ist auf dem Fernseher und dem Gamepad jeweils das Gleiche zu sehen. Foto: Andrea Warnecke

    Ein Spiel auf zwei Displays: Bei «New Super Mario Bros. U» ist auf dem Fernseher und dem Gamepad jeweils das Gleiche zu sehen. Foto: Andrea Warnecke Foto: dpa

  • Die Wii U wird mit dem sogenannten Gamepad gesteuert. Foto: Andrea Warnecke

    Die Wii U wird mit dem sogenannten Gamepad gesteuert. Foto: Andrea Warnecke Foto: dpa

  • Das Display in der Mitte des Wii-U-Gamepads ist ein Touchscreen, der entweder per Finger oder mit dem sogenannten Stylus-Stift bedient wird. Foto: Andrea Warnecke

    Das Display in der Mitte des Wii-U-Gamepads ist ein Touchscreen, der entweder per Finger oder mit dem sogenannten Stylus-Stift bedient wird. Foto: Andrea Warnecke Foto: dpa

  • Kleine Konsole, riesiges Gamepad: Die Wii U ist kaum größer als ihr Vorgänger Wii, der Controller dazu dagegen fast so breit wie ein 10-Zoll-Tablet. Foto: Andrea Warnecke

    Kleine Konsole, riesiges Gamepad: Die Wii U ist kaum größer als ihr Vorgänger Wii, der Controller dazu dagegen fast so breit wie ein 10-Zoll-Tablet. Foto: Andrea Warnecke Foto: dpa

  • Die Wii U hat, anders als ihr Vorgänger, einen HDMI-Ausgang. Einen Anschluss für analoge Videokabel gibt es aber ebenfalls. Foto: Andrea Warnecke

    Die Wii U hat, anders als ihr Vorgänger, einen HDMI-Ausgang. Einen Anschluss für analoge Videokabel gibt es aber ebenfalls. Foto: Andrea Warnecke Foto: dpa

  • Scheibe mit Grip: Nintendo verwendet für die Wii U ein eigenes Discformat mit abgerundeten Kanten. Foto: Andrea Warnecke

    Scheibe mit Grip: Nintendo verwendet für die Wii U ein eigenes Discformat mit abgerundeten Kanten. Foto: Andrea Warnecke Foto: dpa

Seit etwa sieben Jahren sind Wii, Xbox 360 und Playstation 3 in Deutschland erhältlich. Kein Wunder, dass alle drei großen Hersteller längst an den Geräten der nächsten Generation arbeiten. Den Anfang macht Nintendo mit seiner Wii U. Statt eines simplen Controllers hat der Nutzer hier ein sogenanntes Gamepad mit großem Touchscreen, Neigungssensor und Kamera in der Hand. Die neue Konsole steht seit Freitag (30. November) in den Läden - hier im Test wird sie angeschaut und ausprobiert:

Was auf dem Display des Gamepads zu sehen ist, hängt vom Spiel ab. Action-Adventures zeigen darauf zum Beispiel das Inventar des Helden oder eine Karte. Minispielsammlungen wie «Nintendo Land» binden das Gamepad auf kreative Art in Mehrspielerpartien ein. Bei «New Super Mario Bros. U» und ein paar anderen Titeln wird das komplette Spiel sowohl auf dem Touchscreen als auch auf dem Fernseher angezeigt. Wollen Kinder oder Ehepartner den Fernseher für andere Zwecke benutzen, kann man das Spiel ohne Einschränkungen und Unterbrechung auf dem Gamepad weiterzocken. Theoretisch funktioniert die Übertragung zum Gamepad selbst über größere Distanzen. Im Test zeigen sich ab etwa zehn Metern erste Bildaussetzer.

Das Gamepad ist für Konsolenspieler aber ungewohnt groß und schwer - bei langen Sitzungen macht sich das zusätzliche Gewicht deutlich bemerkbar. Die sind allerdings aufgrund des relativ schwachen Akkus ohnehin nicht ohne weiteres möglich: Je nach Spiel muss das Gamepad schon nach drei bis fünf Stunden wieder ans Ladekabel. Die Wii U funktioniert aber auch mit den alten Fernbedienungen der Wii sowie einem neuen, separat erhältlichen Pro-Controller. Konsole und Gamepad der Wii U haben eine Hülle aus Hochglanzplastik, die Staub und Fingerabdrücke wie ein Magnet anzieht. Weniger schön sind auch die arg langsamen Menüs.

Im Zentrum der Onlinefunktionen der Wii U steht das sogenannte Miiverse. Das ist eine Art soziales Netzwerk, in dem sich Nutzer mit ihren virtuellen Alter Egos, Mii genannt, austauschen und für Mehrspielerpartien verabreden können. Mitspieler lassen sich wie bei Xbox und Playstation auf eine Freundesliste setzen.

Dazu hat die Wii U einen Browser, für Videos und Filme aus dem Netz gibt es eine Youtube-App und eine App für die Onlinevideothek Lovefilm. Bevor Käufer der Wii U die Onlinefunktionen nutzen können, müssen sie allerdings erst ein relativ umfangreiches Update herunterladen, was je nach Internetanschluss etwa ein bis zwei Stunden dauern kann. Danach muss ein Nintendo ID genanntes Benutzerkonto eingerichtet werden.

Die Einrichtung der Wii U ist unkompliziert und dank der guten Anleitung auch für Laien problemlos zu schaffen. Das Gamepad lässt sich ohne großen Aufwand oder viel Fachwissen in eine Fernbedienung für den Fernseher verwandeln. Die Konsole schluckt und spielt aber nicht nur die neuen Titel, sondern auch ältere Wii-Spiele.

Vom erhofften Leistungssprung der neuen Konsolengeneration ist bei der Wii U noch nicht viel zu spüren. Alle Spiele laufen zwar in HD, allerdings längst nicht immer in Full HD (1920 mal 1080 Pixel). Spiele wie «New Super Mario Bros. U» und «Nintendo Land» sind hübsch, zeigen außer der höheren Auflösung aber nichts, was es nicht schon auf der Wii zu sehen gab. Und Titel wie «Assassin's Creed 3», die Spieler von Xbox 360, Playstation 3 oder PC kennen, sehen auf der Wii U kaum besser aus und laufen längst nicht immer flüssig.

Zum Verkaufsstart ist die Wii in zwei Versionen erhältlich: Im Basic Pack stecken neben der weißen Konsole und dem farblich passenden Gamepad nur wenig Zusatzausstattung und nur acht Gigabyte interner Speicher. Dieser lässt sich aber per USB-Stick oder externer Festplatte erweitern. 299 Euro werden für die Basisvariante fällig.

Wer 50 Euro mehr bezahlt, bekommt das sogenannte Premium Pack mit einer schwarzen Wii U, 32 Gigabyte Speicher, dem Spiel «Nintendo Land» und mehr Zubehör - darunter eine Ladestation für das Gamepad und zwei Ständer, mit denen sich die Konsole hochkant aufstellen lässt. Erfreulicherweise in beiden Paketen dabei ist ein HDMI-Kabel. Zusätzliche Videokabel muss nur kaufen, wer noch ein älteres TV-Modell ohne den dazu passenden Anschluss besitzt.

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Autor
Tobias Hanraths, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    30. November 2012, 13:24 Uhr
    Aktualisiert:
    30. November 2012, 13:26 Uhr