Besuch beim Apotheker: Was die Farbe über das Rezept aussagt

BERLIN Es gibt sie in rot, blau, grün und gelb: Rezepte vom Arzt sind eine echt bunte Mischung. Doch was sagt die Farbe eigentlich über das Medikament aus? Und welche Info verbirgt sich dahinter für den Apotheker? Ein Überblick.

  • Das rote Rezept ist am häufigsten - nur wer es innerhalb eines Monats einlöst, bekommt den Preis von der Krankenkasse erstattet. (Bild: dpa)

    Das rote Rezept ist am häufigsten - nur wer es innerhalb eines Monats einlöst, bekommt den Preis von der Krankenkasse erstattet. (Bild: dpa)

"Die verschiedenen Farben weisen vor allem auf Unterschiede in der Abrechnungsart und Gültigkeitsdauer hin", erklärt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer in Berlin.

Rote Rezepte

Das rote Kassenrezept kommt am häufigsten vor und ist drei Monate gültig. "Allerdings erstatten die gesetzlichen Krankenkassen die Medikamente nur, wenn man die Rezepte innerhalb eines Monats in der Apotheke einlöst", betont Sellerberg. Für Kassenpatienten falle dann nur noch die gesetzliche Zuzahlung von mindestens fünf bis höchstens zehn Euro pro Arzneimittel an.

Blaue Rezepte

Privatrezepte werden hingegen vorrangig an Privatpatienten ausgegeben. Aber auch gesetzlich Versicherte können vom Arzt die blauen Scheine erhalten, sagt Sellerberg. Das sei der Fall, wenn ihnen ein Medikament verschrieben wird, das die Krankenversicherung nicht bezahlt. Ein Beispiel ist die Anti-Baby-Pille. Jedoch müssten Kassenpatienten dann den vollen Preis zahlen, während Privatversicherte ihn von ihrer Kasse zurückbezahlt bekommen können.

Das hänge aber vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab. Außerdem müssten Privatpatienten den blauen Schein selbst bei ihrer Krankenkasse einreichen. Anders als bei Kassenrezepten sei das bei Privatrezepten nicht Aufgabe der Apotheker. Gültig sind die blauen Rezepte ebenfalls drei Monate.

Gelbe Rezepte

Weil Betäubungsmittel missbraucht werden können, unterliegen gelbe Betäubungsmittelrezepte strengen Kontrollen. Sie bestehen aus drei Blättern, von denen jeweils eins beim Arzt, bei der Apotheke sowie bei der Krankenkasse verbleibt. Außerdem dürfen gelbe Rezeptformulare nur innerhalb von acht Tagen eingelöst werden, das Ausstellungsdatum eingerechnet.

Grüne Rezepte

Mit einem grünen Rezept empfehlen Ärzte ihren Patienten bestimmte Medikamente. In der Regel sind diese rezeptfrei. "Der Kunde muss die Arznei deshalb in der Apotheke vollständig selbst bezahlen", so Sellerberg. Weil Patienten die angeratene Medizin auch jederzeit ohne Rezept kaufen könnten, sei der grüne Schein unbegrenzt gültig. "Dennoch ist er sinnvoll, weil er bei vielen Menschen die Therapietreue erhöht", fügt Sellerberg hinzu. Den Kassen ist es allerdings gesetzlich erlaubt, solche rezeptfreien Arzneimitteln ihren Versicherten zu erstatten. Daher sollte man sich zuvor erkundigen, ob die Kasse die Kosten möglicherweise übernimmt und wie die Erstattung abläuft, erläutert der Deutsche Apothekerverband in Berlin.

Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    28. März 2011, 11:23 Uhr
    Aktualisiert:
    20. Januar 2012, 11:40 Uhr
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