Alltags-Tipps: Was tun, wenn der Abfluss verstopft ist?

KARLSRUHE Nichts geht mehr - der Abfluss ist dicht. Wie kriegt man ihn wieder frei? Kommen Omas altbewährte Hausmitteln gegen die nicht abfließende Brühe an?

  • Keine gute Idee: Das vermeintliche Hausmittel Kaffeesatz macht den Abfluss erst richtig dicht. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

    Keine gute Idee: Das vermeintliche Hausmittel Kaffeesatz macht den Abfluss erst richtig dicht. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

Manche der typischen Hausmittel können die Lage allerdings verschlimmern, statt die Verstopfung zu beseitigen. «Hausmittel sind oft kontraproduktiv», warnt Bärbel Neher vom Deutschen Hausfrauen-Bund in Karlsruhe. Kaffeesatz beispielsweise sollte niemals als Rohrreinigungsmittel verwendet werden. Er enthalte Fett und binde die Feststoffe im Rohr auf Dauer erst recht.

Cola und Kaffeesatz verschlimmern das Problem eher noch

Cola sei ebenfalls problematisch, denn das Getränk verursache in der Kläranlage Aufwand durch den Abbau des Zuckers. Und Backpulver gehöre in den Kuchen, aber nicht in den Abfluss. Auch chemische Abflussreiniger sollten aus Umweltschutzgründen nur im Notfall und mit Bedacht eingesetzt werden.

Erste Hilfe bei einer Rohrverstopfung bietet die altbewährte Saugglocke, volkstümlich auch Pümpel genannt. «Diese Glocken bewegen durch wiederholtes Pumpen das im Abfluss gestaute Wasser durch Druck hin und her», erläutert Neher. Auf diese Weise löse sich die Verstopfung. Damit die Saugglocke keine Nebenluft durch den Überlauf ziehen kann, müsse dieser abgedichtet werden.

Warum kommt es überhaupt zur Verstopfung?

«Blockierungen in Abflüssen entstehen unter anderem durch Haare, Haut- und Seifenreste», erklärt Frank Ebisch, Sprecher des Zentralverbandes Sanitär, Heizung, Klima in St. Augustin bei Bonn. Am wirksamsten lasse sich ein Abfluss durch Abschrauben des Siphons unterhalb des Waschbeckens reinigen. In der Regel könne das ohne die Hilfe eines Installateurs gemacht werden.

Besonders leicht verstopfen sogenannte Flaschensiphons, bei denen ein senkrecht nach unten weisendes totes Rohrende gelöst werden muss, heißt es bei der Stiftung Warentest in Berlin. Deshalb werden heute überwiegend Röhrensiphons eingesetzt. Hier genügt es, die beiden Rändelmuttern am Siphon zu öffnen. Diese Muttern lassen sich meist von Hand lösen. Erst wenn dies keinen Erfolg hat, kann der Einsatz der Rohrzange erforderlich sein. Damit die Chromteile nicht verkratzen, raten Fachleute, ein Tuch um die Muttern zu legen.

Unbedingt das gesamte Rohr reinigen!

Damit der Boden nicht verschmutzt, wird vor dem Lösen des U-förmigen Bogenstücks ein Eimer unter das Waschbecken gestellt. Der Bogen wird dann nach unten gezogen, das restliche Wasser ausgeschüttet und der Schmutz entfernt. Geeignete Hilfsmittel sind hier - so die Warentester - eine biegsame Flaschenbürste oder ein stabiler Draht.

Damit der Abfluss wieder läuft, sollte der Heimwerker nicht vergessen, auch das Teil des Rohrs zu reinigen, das in der Wand verschwindet. Der Stutzen zur Wand ist nach Angaben von Neher in der Regel mit einer Gummimuffe abgedichtet, die zum Reinigen problemlos herausgezogen werden kann. Gummidichtungen und Gummimuffe sollten erneuert werden, wenn sie sich hart und porös anfühlen. Am besten werden die alten Teilen zum Einkauf mitgenommen.

Vielleicht liegt das Problem hinterm Siphon

Manchmal liegt das Übel hinter dem Siphon in den Rohren in der Wand. Oft wird hier empfohlen, mit einer Reinigungsspirale diese Blockade zu entfernen, indem die Spirale durch das Drehen mit dem Endgriff im Uhrzeigersinn in das Rohre eingeschoben wird. «Auf keinen Fall sollte mit dieser Methode mehr als 1,5 Meter ins Rohr eingedrungen werden», warnt Neher. Sonst bestehe die Gefahr, dass die Rohre in der Wand beschädigt würden. Es drohten dann erhebliche Mehrkosten durch mögliche Wasserschäden.

Siphons von Bade- und Duschwannen sind in der Regel nur über den Revisionsschacht zu erreichen. «Hier ist das Reinigen des Siphons kniffeliger», warnt Ebisch und rät zur Vorsicht: Die Gefahr von Folgeschäden bei nicht sachgemäßem Installieren sei sehr groß. Wenn gar nichts mehr geht, sollte in diesen Fällen der Fachmann eines Sanitärbetriebes zu Rate gezogen werden.

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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    3. August 2009, 10:21 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 16:21 Uhr