Heimwerken: Aus eins mach zwei - Trennwände selber setzen

Um aus einem großen Zimmer zwei Räume zu machen, muss keine Wand aus Stein hochgezogen werden. Schneller geht das mit Gipskartonplatten. Und das Material braucht keine langen Trockenzeiten.

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  • Mal eben aus einem Raum zwei machen: Leichtbauwände machen das möglich.

    Mal eben aus einem Raum zwei machen: Leichtbauwände machen das möglich. Foto: dpa

  • In die Fugen der Trockenwand kommt Füllmaterial - Experten raten zu Produkten mit Kunststofffasern.

    In die Fugen der Trockenwand kommt Füllmaterial - Experten raten zu Produkten mit Kunststofffasern. Foto: dpa

  • Die Plattenreihen werden am besten versetzt angebracht - so wird die Wand stabiler.

    Die Plattenreihen werden am besten versetzt angebracht - so wird die Wand stabiler. Foto: dpa

Es scheint ein Luxusproblem zu sein, aber manchmal sind große Zimmer einfach zu groß: Wenn sich Nachwuchs ankündigt und ein zweites Kinderzimmer nötig wird. Wenn ein Arbeitszimmer vom Wohnzimmer abgetrennt werden soll - oder das stille Örtchen vom restlichen Badezimmer. Dafür muss kein Maurer kommen, der Stein auf Stein eine Trennwand hochzieht. Mit Leichtbauwänden kann das der Heimwerker selbst erledigen.

Gipskartonplatte und Gipsfaserplatte

Diese Wände bestehen aus einem Ständerwerk, das mit einer Dämmung und Platten geschlossen wird. Die Platten gibt es in verschiedenen Materialien. "Zu den am häufigsten verwendeten Produkten zählen die traditionelle Gipskartonplatte und die Gipsfaserplatte", sagt Robert Raschke, Maurer aus Bottrop und Trainer bei der Kölner Heimwerkerschule DIY-Academy. In Feuchträume wie das Badezimmer sollten imprägnierte Gipskartonplatten kommen.

Die Zwischenräume werden meist mit Dämmmatten ausgefüllt. Architekt Thomas Drexel aus Augsburg rät, auf den bestmöglichen Schallschutz zu achten. Die Platten befestigt der Heimwerker auf der Holz- oder Metallunterkonstruktion, dem Skelett der Wand. Drexel empfiehlt, wegen des hohen Energieaufwands bei der Aluminiumherstellung möglichst Ständer aus Holz zu verbauen.

Abstimmung

"Ob sich der Bauherr für ein Ständerwerk aus Metallprofilen oder aus Holzlatten entscheidet, ist eher eine Geschmackssache", sagt dagegen Maurer Raschke. Die Montage beider Materialien verlaufe ähnlich. Welches System der Heimwerker auch wählt, er sollte alle Materialien wie Platten und Schrauben darauf abgestimmt besorgen. Viele Hersteller bieten Kollektionen an, in denen alles zueinander passt - inklusive des Schneidewerkzeugs für die Platten.

Die Maße der geplanten Wand zeichnet man mit einem Bleistift auf dem Boden vor, erklärt Raschke. Werden Metallständer verwendet, sollte an die Kontaktflächen zum Boden, zur Decke und den Wänden zur Schallisolierung ein Schaumstoffklebeband kommen. Darauf wird der Rahmen aufgebaut und verschraubt. Die DIY-Academy empfiehlt, erst eine Seite der Platten anzubringen und dann die Dämmplatten in den künftigen Zwischenraum zu legen. Leitungen für Steckdosen werden laut Raschke ebenfalls in dem Zwischenraum verlegt, sobald die erste Wandseite steht. Die Löcher für die geplanten Steckdosen muss man vorher in das Material schneiden.

Risse verhindern

Schrauben halten die Platten auf dem Rahmen. Der Heimwerker sollte die zweite Plattenreihe eine halbe Plattenlänge versetzt zur ersten anbringen. So entstehen keine Fugen, die sich kreuzen - damit wäre die Wand weniger stabil, erläutert Raschke. Sind beide Seiten montiert, kommt Spachtelmasse in die Fugen. Dafür sei am besten ein Fugenfüller mit Kunststofffasern geeignet, rät der Experte. Die Fasern verhindern, dass sich in den Fugen später Risse bilden.

Auf die Seiten können auch zwei Schichten Platten geschraubt werden, sagt Raschke. Die Wand werde dadurch stabiler und schalldichter und könne Auflagen zum Brandschutz eher erfüllen. Auch Wände, an die später Fliesen kommen sollen, brauchen eine doppelte Schicht Platten. Sind die Wände verspachtelt und die Fugen glatt geschliffen, kann man tapezieren. Der Untergrund sollte mit einem Mittel namens Tapetenwechselgrund vorbereitet werden, sagt Ulrike Reich vom Deutschen Tapeten-Institut in Düsseldorf.

Erst tünchen, dann streichen

Dieses Mittel hilft eigentlich, alte Tapeten leichter abzuziehen. Aber es schützt auch Gipskartonplatten. "Ohne die richtige Vorbehandlung kann sich die oberste Schicht des Gipskartons beim Entfernen der Tapeten lösen", erläutert Reich. Denn die Oberfläche der Platte - eine Papierschicht - gehe durch den Tapetenkleister eine sehr starke Verbindung mit der Tapete ein.

Wer die Trennwand oder den Raumteiler streichen will, sollte die gesamte Fläche erst mit verdünnter Dispersionsfarbe tünchen, rät Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Instituts in Schwalbach im Taunus. Dafür werde die Farbe mit einem Anteil Wasser von etwa 10 bis 20 Prozent der Gesamtmenge der Farbe vermischt - in einen 10-Liter-Eimer kommen also 1 bis 2 Liter Wasser. Dieser Anstrich gleiche die Unterschiede zwischen der Farbe der Platte und der Spachtelmasse an, und ein zweiter Anstrich mit unverdünnter Farbe werde nicht fleckig.

Kein Eingriff in die Bausubstanz

Selbst Mieter können ihre Wohnungen mit solchen Trennwänden neu strukturieren. Denn ihr Einbau sei kein Eingriff in die Bausubstanz einer Wohnung, erläutert Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Die Wände lassen sich außerdem später leicht wieder entfernen. "Die Maßnahme sollte dennoch mit dem Vermieter abgesprochen werden", rät Ropertz. Denn durch eine Trennwand lasse sich ein Raum möglicherweise schlechter belüften, wodurch Schimmelpilz entstehen kann. Mit der Zustimmung des Vermieters sei der Heimwerker mit seinen Umbauten auf der sicheren Seite.

Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    10. Dezember 2012, 10:30 Uhr
    Aktualisiert:
    28. Dezember 2012, 11:18 Uhr
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