Fernseh-Moderator Elmar Gunsch gestorben

Frankfurt/Main (dpa) Die Wetteraussichten konnten noch so trüb sein, Elmar Gunsch konnte sie märchenhaft präsentieren. Mit seiner sonoren Stimme wurde er zum Erfinder des Freistils für die «TV-Wetterfrösche».

  • So haben ihn viele noch in Erinnerung: der österreichische Journalist und ZDF-Wetterfrosch Elmar Gunsch in den 80er Jahren. Foto: Jörg Schmitt

    So haben ihn viele noch in Erinnerung: der österreichische Journalist und ZDF-Wetterfrosch Elmar Gunsch in den 80er Jahren. Foto: Jörg Schmitt Foto: dpa

Das Etikett ZDF-Wettermann klebte an dem Moderator mit dem österreichischen Zungenschlag und der eingebauten Samtschicht im Stimmapparat - selbst wenn er auch als Schauspieler, Conférencier und Buchautor erfolgreich unterwegs war. Ein Problem war das nicht für den Wahl-Frankfurter. In der Nacht zum Donnerstag ist Gunsch in Frankfurt im Alter von 81 Jahren gestorben. In der Region lebte er seit mehr als 50 Jahren.

«Ich bin eine geborene Plaudertasche», beschrieb sich der Bart- Träger mit dem besonderen Timbre einmal. So war er lange und regelmäßig zu Gast in deutschen Wohnzimmern, etwa ab 1980 mit der ZDF-Volksmusik-Show «Lustige Musikanten» neben Carolin Reiber oder in der Sendung «Wiedersehen macht Freude». Populär machten ihn aber vor allem seine TV-Auftritte, nachdem er 1978 die Moderation des ZDF-Wetterdienstes zum Wochenende übernommen hatte. Dutzende Geschenke erhielt er deswegen, vom Regenschirm über Wetterstationen und Froschmodelle - «in jeder Form bis zum echten Laubfrosch».

Doch die Fernsehzeit war für Gunsch seit langer Zeit vorbei: «Die wollen natürlich junge Leute», sagte er nach seiner TV-Karriere - ohne Bitterkeit. Er hatte sich nach dem Abschied von der Kamera ohnehin andere Felder geschaffen, moderierte Gala-Abende, arbeitete als Hörbuchsprecher und präsentierte beim italienischen Radiosender RAI in Bozen die Show «Der Kaffee ist fertig».

Für Gunsch war das ein stattliches Programm. «Ich hör' auf, wenn's nicht mehr geht - wenn die Zähne wackeln oder mir vorm Mikrofon das Gebiss rausfällt», betonte er gern, ergänzte aber auch: «Man muss Einschränkungen machen, ich bin nicht mehr so fit wie ein 50-Jähriger.»

Bewegt und vielseitig waren schon die ersten Jahre im Leben des aus Südtirol stammenden Künstlers. Gunsch kam quasi auf der Durchreise in Frankfurt zur Welt, wuchs in Südtirol und Vorarlberg auf und machte sein Abitur in Nürnberg. Er studierte kurz Germanistik und Theaterwissenschaften. Versuche als Schauspieler blieben ein Zwischenspiel, ebenso ein Anlauf als Operettensänger.

Seine tiefe, samtweiche Stimme hat ihn zwar populär gemacht, aber Gunsch wollte mehr zeigen: «Es ärgert mich, wenn nie akzeptiert wird, was man sagt, sondern nur, wie man es sagt», sagte er. Ihn «Die Stimme» zu nennen, sagte Gunsch einmal, das sei «eine Reduktion, aber auch mein Markenzeichen».

Bis zuletzt lebte der begeisterte Koch mit seiner vierten Frau Heide in seinem Häuschen in der Nähe von Frankfurt. Ein Vertrag mit dem «Freien Deutschen Fernsehen» hatte ihn Anfang der 1960er Jahre an den Main gelockt.

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  • Erstellt:
    3. Januar 2013, 17:36 Uhr
    Aktualisiert:
    3. Januar 2013, 17:39 Uhr
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