Medienhaus Lensing
03.10.2011 10:21 Uhr
Schriftgröße: A A A

Wie werde ich...? Osteopath

Berlin/Dresden (dpa/tmn) Lang und teuer ist die Ausbildung zum Osteopathen. Wer die Kunst der alternativen Medizin beherrschen möchte, muss den Körper als ganzheitliches System betrachten lernen. Das braucht Zeit. Doch wer seine Sache gut macht, kann gut davon leben.Von Katlen Trautmann, dpa

«
1/2
»

Heilen ganz ohne Medikamente: Osteopathen wie Anja Kisters (im Bild) behandeln Blockaden im Körper, indem sie mit den Händen leichten Druck auf das Gewebe ausüben. (Bild: Burgi/dpa/tmn) 

NBA-Star Dirk Nowitzki begibt sich regelmäßig in die Hände von Joachim Kaufmann, dem Osteopathen der deutschen Basketball-Nationalmannschaft. Auch Melanie Behringer aus der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft vertraut auf Osteopathie. Nun suchen nach den Sportlern auch immer mehr Normalbürger Osteopathen auf. Wer die alternative Medizin selbst praktizieren möchte, hat allerdings einen langen und teuren Ausbildungsweg vor sich. Und gesetzlich geschützt ist der Beruf nicht.

Das Prinzip der Osteopathie beruht darauf, fehlerhafte Abläufe in Körper und Seele zu finden und sie anschließend zu lösen. Dabei behandeln Osteopathen stets den ganzen Körper ihrer Patienten, indem sie allein mit den Händen sanften Druck auf das Gewebe ausüben. «Die Ursachen und Lösung von Beschwerden liegen oft nicht dort, wo es schmerzt», sagt Marina Fuhrmann, Vorsitzende des Verbandes der Osteopathen Deutschland (VOD) .

Wer Osteopath werden möchte, sollte bodenständig sein. «Man muss mit Menschen und ihren Emotionen umgehen können und darf keine Scheu haben, sie überall anzufassen», berichtet die Kinder-Osteopathin Anja Kister von der Dresdner Epidaurus-Praxis, in der Osteopathie für Erwachsene und Kinder angeboten wird.

In Deutschland dürfen Mediziner und Heilpraktiker die Osteopathie frei ausüben, Physiotherapeuten und Masseure dagegen nur auf ärztliche Anordnung. Gesetzliche Krankenkassen zahlen die Leistung in der Regel nicht, private Kassen dagegen schon.

Zum Traumberuf Osteopath führen ganz unterschiedliche Ausbildungswege. Der VOD vermittelt Abiturienten an Schulen in München, Hamburg und Schlangenbad im Rheingau-Taunus-Kreis. Insgesamt können an bundesweit mehr als einem Dutzend Schulen berufsbegleitende Ausbildungslehrgänge gebucht werden. Adressen listet der VOD auf der Webseite auf.

Der akademische Weg öffnet sich für Osteopathen demnächst an der Hochschule Fresenius in Idstein bei Wiesbaden. Dort startet mit dem Wintersemester in Zusammenarbeit mit dem VOD ein Bachelor-Studiengang. Das College für Osteopathische Medizin in Nagold bietet Ärzten und Physiotherapeuten Bachelor- und Master- Studiengänge an. Die Osteopathieschule Deutschland in Hamburg schnürt schon seit einigen Jahren in Kooperation mit der Dresden International University an den Standorten Berlin, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln und Nürnberg ein fünfjähriges Studium zum Bachelor und zum Master.

Volker Rings, Akademieleiter und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM), empfiehlt Interessenten den Weg über das Medizinstudium. «So ist man allem gegenüber offen und kann sich frühzeitig orientieren». Die DGOM bieten an der eigenen Akademie eine Ausbildung über 780 Stunden für Mediziner. Daneben gibt es auch Kurse für Physiotherapeuten über 652 Stunden.

Bei den Patienten erfreut sich Osteopathie wachsender Beliebtheit. «Die Nachfrage ist enorm», hat Anja Kister beobachtet. Die wirtschaftlichen Aussichten beschreibt Marina Fuhrmann als solide. Trotz durchschnittlicher Behandlungskosten zwischen rund 60 Euro und 150 Euro pro Stunde behandeln Osteopathen im Mittel 40 Patienten pro Woche. 5,6 Millionen Patienten kamen vergangenes Jahr. Und der Bedarf steigt, zeigt eine VOD-Hochrechnung.

In Deutschland sind laut dem Verband der Osteopathen Deutschland rund 3000 osteopathische Praxen registriert. Der VOD veranschlagt für die berufsbegleitende Ausbildung in Teilzeit 1350 Stunden. Die Kosten für die Ausbildung sind in der Regel privat zu zahlen. So schlägt etwa ein Studium an der Dresden International University mit rund 17 000 Euro zu Buche. Für die Ausbildung an der Akademie der Deutsche Gesellschaft für osteopathische Medizin sind bei einer Dauer zwischen drei und vier Jahren jährlich etwa 2500 Euro einzuplanen. Bei kürzerer Zeit steigen die Jahreskosten.

Weitere Themen
Auf manchen Büroschreibtischen herrscht ein ganz schönes Durcheinander. Doch Arbeitnehmer sollten vorsichtig sein. So ein Chaos kann schnell zum Karriereknick werden.

Aufräum-Tipps

Ordnung auf dem Schreibtisch

Aktenberge und Notizzettel-Meere: Wie man das Chaos in den Griff kriegt.  mehr...

Bei vielen Unternehmen wird Heimarbeit bereits seit vielen Jahren angeboten. Auch Experten bewerten die Heimarbeit positiv und als Gewinn für beide Seiten.

Strukturiert arbeiten

So klappt's mit dem Home Office

Mit klaren Regeln erfolgreich zu Hause arbeiten: So geht's.  mehr...

Gerade für Studienanfänger ist der Start ins neue Semester nicht immer leicht zu durchblicken.

Tipps

Wegweiser durchs Studium

Wie man stressfrei durchs Semester kommt, günstig wohnt, vom Lernen entspannt.  mehr...

Schon peinlich, wenn man am Schreibtisch einfach wegratzt. Also gehen Sie lieber früher von der Party und schnell ins Bett. Es sei denn, Sie möchten sich gerne von Ihrem Chef wecken lassen.

Etikette

Der Knigge fürs Büro

Richtig benehmen: So punkten Sie bei Vorgesetzten und Kollegen.  mehr...

Es gibt nur wenig Frauen in Führungspositionen. Diejenigen, die aufsteigen wollen, sollten nicht nur auf Fleiß setzen. (Bild: Tobias Kleinschmidt/dpa)

Berufs-Ratgeber

Fünf Karriere-Tipps für Frauen

Auf dem Weg zum Erfolg: Diese Tipps sollte frau im Hinterkopf haben.  mehr...

Zwischendurch aufstehen und sich dehnen: Wer im Büro regelmäßig Übungen macht, beugt Rückenschmerzen vor. (Bild: Sven Appel/dpa/tmn)

Locker im Büro

Übungen gegen Rückenschmerzen

Zum Nachmachen: Das hilft gegen Verspannungen und Schmerzen.  mehr...

Angehende Maler beim Üben: Wer einen Ausbildungsplatz sucht, hat zurzeit gute Chancen. (Bild: dpa)

Chancen für Azubis

Stellensuche leicht gemacht

Worauf Arbeitgeber bei der Auswahl junger Bewerber wirklich Wert legen.  mehr...

Befördert! Die Karriere fällt allerdings niemandem in den Schoß - Experten raten zu einer Strategie.

Karriere-Tipps

So klappt der Einstieg in den Beruf

So punkten Berufseinsteiger bei den neuen Kollegen und beim Chef.  mehr...

Verschenken Sie Wissen an Ihre Azubis. Jetzt anmelden und mitmachen bei unserer Aktion!

Projekt unserer Zeitung

Wir machen Ihre Azubis fit!

Täglich gibt's unsere Zeitung im Abo, dazu Seminare und ein Wissensquiz.  mehr...

Interview-Serie

Ein Gespräch in der Chefetage

Wir fühlen Top-Managern aus der deutschen Wirtschaft auf den Zahn.  mehr...

Übersicht

Stellenmarkt

Den richtigen Job finden, der passt. Aktuelle Stellenangebote und Ausbildungsangebote - jetzt online. mehr...

Meistgelesen | Beruf & Bildung
1

Mais-Designer: Neue Ausbildungsordnung für Pflanzentechnologen

Pflanzentechnologen befassen sich mit Nutzpflanzen wie Mais. Foto: Caroline Seidel

Köln (dpa/tmn) Landwirtschaftlich-technische Laboranten heißen ab August Pflanzentechnologen. Gleichzeitig ändert sich auch die Ausbildungsordnung, teilt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit. mehr...

2

Ranking: Feuerwehrleute genießen das größte Vertrauen

Feuerwehrleute genießen europaweit das größte Ansehen. Foto: Arne Dedert

Stuttgart (dpa) Feuerwehrleute, Krankenschwestern und Piloten punkten in Deutschland kräftig mit ihren Berufen. Laut einer Studie des Magazins «Reader's Digest» konnten sie 2013 erneut das meiste Vertrauen der Bundesbürger für sich verbuchen. mehr...

3

Wie werde ich...? Lebensmittelkontrolleur

Alles frisch? Bei der Kontrolle von Lebensmitteln müssen die Prüfer genau hingucken. (Bild: Jaspersen/dpa/tmn)

Drolshagen (dpa/tmn) Radioaktiv verseuchter Fisch, Dioxin in Eiern oder Gammelfleisch im Döner - die Angst vor solchen Dingen kann einem schnell den Appetit verderben. Um Verbraucher zu schützen, sind Lebensmittelkontrolleure bundesweit im Einsatz. mehr...

4

Neues Verfahren zur Studienplatzvergabe nimmt Fahrt auf

Im Wintersemester 2013/2014 können sich Hochschüler für 170 Studiengänge mit örtlichem Numerus Clausus über die Plattform bewerben. Foto: Screenshot www.hochschulstart.de

Dortmund (dpa/tmn) Studienplatzvergabe mit Durchblick: Das neue Bewerbungsverfahren für örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge nimmt Fahrt auf. Im kommenden Semester kann man sich auf der zentralen Internet-Plattform bereits für 170 Studienrichtungen bewerben. mehr...

Arbeit im Rentenalter

5

65plus, fit, erfahren sucht - so finden Rentner im Internet Arbeit

Senior Hugo Kleine telefoniert während seiner Arbeit am Empfang einer Kieler Behörde: Mehr und mehr Deutsche arbeiten auch noch im Rentenalter. Foto: Christian Charisius

Berlin Sie mähen Rasen, beraten bei Computerproblemen, reparieren kaputte Wasserhähne oder geben schlicht ein Stück Lebenserfahrung weiter. Mehr und mehr Deutsche im Rentenalter arbeiten. An Jobs kommen sie auf verschiedensten Wegen - auch über das Internet. mehr...

Online-Sonderveröffentlichungen

Berufe im Handwerk und Gewerbe

Berufswahl gegen Geschlechter-Klischees treffen: Mädchen im technischen Praktikum bei der Ford-Werke-GmbH.

Männerdomänen? Gibt’s die noch? Und hat sich viel verändert in den vergangenen Jahren? mehr...

Kontakt | Impressum | AGB | Nutzungsbasierte Onlinewerbung | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
RuhrNachrichten.de | MuensterscheZeitung.de | DorstenerZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | MünsterlandZeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de | Immomia