Medienhaus Lensing
22.11.2012 10:24 Uhr
Schriftgröße: A A A

Kopfhörer als coole Modeartikel - Design von Hip-Hop-Stars

New York (dpa) Früher waren große, teure Kopfhörer etwas für Hifi-Enthusiasten, die im Wohnzimmer das Beste aus ihren Scheiben herausholen wollten. Heute sind Kopfhörer zum coolen Modeartikel geworden. Eine Clique von Hip-Hop-Stars hat die Branche aus dem Schlaf gerissen.Von Daniel Schnettler und Andrej Sokolow, dpa

«
1/1
»

Amerikanische Hip-Hop-Stars wie 50 Cent haben hochwertige Kopfhörer zum Modeartikel gemacht. Foto: Robert Schlesinger (Foto: dpa)

Wer cool sein will, ist leise. Während in den 1980er Jahren die Ghettoblaster der Inbegriff von Jugendkultur waren, sind es heute stylische Kopfhörer. Die Marken heißen Beats by Dr. Dre oder Skullcandy, sie fallen durch schrille Farben und frische Formen auf und haben rein äußerlich nur noch wenig gemein mit ihren langweilig-schwarzen Verwandten, die über Jahrzehnte zur Grundausstattung eines jeden Hifi-Enthusiasten gehörten.

Amerikanische Hip-Hop-Stars haben hochwertige Kopfhörer zum Modeartikel gemacht. Rapper 50 Cent tauchte dieses Jahr persönlich auf der IFA in Berlin auf, um Werbung für seine Marke SMS Audio zu machen. Nein, sie seien für alle Arten von Musik und nicht nur für Rap und Hip-Hop gedacht, erklärte er geduldig. In Deutschland wurde auch schon Soulsänger Xavier Naidoo angeboten, Ohrhörer mit seinem Namen auf den Markt zu bringen, er machte jedoch nicht mit.

«Die Verbraucher nutzen verstärkt mobile Geräte», erläutert Ben Arnold von der US-Marktforschungsfirma NPD. «Qualitativ gute Kopfhörer sind die logische Ergänzung.» Die Verkäufe von Premium-Kopfhörern hätten sich binnen zwölf Monaten beinahe verdoppelt. Für die Kollegen von der deutschen Marktforschungsfirma GfK gehören Kopfhörer zu den Unterhaltungselektronik-Artikeln, die sich im Schuldenkrisen-geplagten Westeuropa gut verkaufen. In Deutschland wurden im ersten Halbjahr fast fünf Millionen Kopfhörer und Stereo-Headsets verkauft, gut 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Da die Verbraucher verstärkt zu teurerem Zubehör griffen, stieg der Umsatz sogar um über 30 Prozent auf 130 Millionen Euro.

«Kopfhörer sind heute genauso ein Ausdruck des eigenen Modegeschmacks wie sie ein Audio-Zubehörteil sind», sagt NPD-Analyst Arnold. Besonders häufig sieht man in den Metropolen von Berlin bis New York die Modelle von Beats by Dr. Dre. Gefühlt gibt es etwa in der New Yorker U-Bahn pro Waggon mindestens drei junge Leute, die die geradlinig gezeichneten, oft bunten und mit einem charakteristischen roten Kabel versehenen Kopfhörer tragen. Dabei kostet schon die Einstiegsvariante «Solo» etwa 150 Euro. Das Spitzenmodell «Pro», das die Ohren komplett umschließt, liegt bei um die 400 Euro.

Der amerikanische Hip-Hop-Star Andre «Dr. Dre» Young hatte sich 2006 mit dem Musikproduzenten Jimmy Iovine zusammengetan, um seine eigenen, coolen Kopfhörer herauszubringen. Die Idee machte ihn reich. Dr. Dre führt die diesjährige Liste der Hip-Hop-Spitzenverdiener des US-Magazins «Forbes» mit weitem Abstand an. Er sackte demnach vor Steuern 110 Millionen Dollar ein - mehr als doppelt so viel wie der Zweitplatzierte Sean «Diddy» Combs (45 Millionen) und fast dreimal so viel wie Shawn «Jay-Z» Carter (38 Millionen).

Für die Musiker werden Zusatzeinkünfte in Zeiten sinkender Einnahmen aus CD-Verkäufen immer wichtiger. «Man muss heutzutage auch Geschäftsmann sein», stellt 50 Cent nüchtern fest. «Und es ist mir viel lieber, Ohrhörer zu verkaufen, als meinen Namen für irgendwelche Turnschuhe herzugeben.» Weiteres Audiozubehör könnte folgen, er habe auch schon überlegt, seine Musik damit zu bündeln, sagt der 37-Jährige, der in Wirklichkeit Curtis James Jackson III heißt.

Zu denen, die von der Lust auf stylische Kopfhörer profitieren, gehört auch der US-Hersteller Skullcandy. Das börsennotierte Unternehmen mit dem Totenkopf als Markenzeichen legt ein rasantes Wachstumstempo an den Tag. Der Umsatz im ersten Halbjahr stieg um 42 Prozent auf 126 Millionen Dollar, der Gewinn verbesserte sich um 49 Prozent auf unterm Strich knapp 8 Millionen Dollar. Auch in Europa konnte Skullcandy zuletzt viele neue Fans gewinnen.

Mittlerweile versucht sogar der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard mit speziellen Beats-Notebooks Kasse zu machen. Die Flachrechner sollen eine besonders gute Soundkarte besitzen. Der taiwanische Elektronikkonzern HTC peppt manche Smartphones mit Beats by Dr. Dre auf, und die Limousine Chrysler 300 S lässt sich mit einer Musikanlage des Kopfhörer-Spezialisten ordern. Ein groß angelegter Einstieg von HTC bei Beats wurde aber weitgehend zurückgeschraubt.

Surftipp der Woche

So bleibt für Studenten mehr im Geldbeutel

Studenten leben lässig? Nicht wirklich. Neben Credit Points müssen sie häufig auch dem lieben Geld hinterherjagen. Eine Seite verrät, bei welchen Angeboten sich mit dem Studentenausweis Rabatte abstauben lassen. mehr...

Jetzt kostenlos herunterladen

Unser Bildschirmschoner: Nah dran an der Region

Die wichtigsten Nachrichten aus aller Welt - vor allem aber aus Ihrer Region: Mit unserem kostenlosen Bildschirmschoner sind Sie immer auf dem Laufenden und sehen alle wichtigen Ereignisse direkt auf Ihrem Bildschirm. mehr...

Meistgelesen | Digitale Welt

Tipps

1

So surfen Sie sicher im fremden WLAN

Sensible Zugangsdaten schützen: Wer in öffentlichen WLANs nicht aufpasst, liefert Kriminellen wichtige Passwörter. Foto: Franziska Koark

Darmstadt Es ist sehr praktisch: Wer unterwegs etwas online erledigen möchte, geht in ein Internetcafé. Doch in einem öffentlichen WLAN müssen Internetnutzer vorsichtiger surfen als im eigenen Netzwerk zu Hause. mehr...

Online spielen

2

Das große Weihnachts-Kugel-Chaos!

Platzieren Sie mindestens drei Kugeln einer Farbe - senkrecht, waagerecht oder diagonal. Sonst wird der Kugel-Berg immer größer.

Was für ein Chaos: Der Weihnachtsbaum verliert seine Kugeln! Da müssen Sie wohl ran und aufräumen. Taktik und Schnelligkeit sind gefragt. Wer knackt den Highscore beim weihnachtlichen Online-Spiel? mehr...

Mit Neugier und Kreativität

3

So lernen Kinder das Internet kennen

Juki ist für Kinder von 8 bis 12 Jahren gedacht. Foto: Juki.de

Meerbusch Kinder und Jugendliche wachsen heute ganz selbstverständlich mit dem Internet auf. Deshalb ist Medienkompetenz wichtig. Der richtige Umgang mit Web-Angeboten will gelernt sein. Hier setzt die medienpädagogische Plattform Juki an. mehr...

Betriebssystem

4

Windows 8 ist kein Muss - Mit den Vorgängern weiterarbeiten

Egal ob Windows 7 oder andere ältere Versionen: Mit ein paar Tricks kann man einem Betriebssystem, das ins Schleichen gekommen ist, wieder Beine machen. Foto: Andrea Warnecke

Hannover Windows 8 gefällt nicht jedem. Ohnehin steht schon die nächste Version namens Blue in den Startlöchern. Wer vorerst lieber mit älteren Windows-Versionen weiterarbeiten will, kann sein in die Jahre gekommenes System mit ein paar Kniffen flotter machen. mehr...

Schluss mit Langeweile
Nicht nur Super Mario weiß Spielefans seit Generationen zu begeistern.

Online-Spiele

Diese Online-Spiele machen richtig Laune. Gleich mal ausprobieren! mehr...

Kontakt | Impressum | AGB | Nutzungsbasierte Onlinewerbung | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
RuhrNachrichten.de | MuensterscheZeitung.de | DorstenerZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | MünsterlandZeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de | Immomia