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München (dpa/tmn) Rein mit der Bürste und losputzen: Um Kinder ans Zähneputzen zu gewöhnen, sollten Eltern nicht lange diskutieren. Je eher Kinder die Zahnpflege als etwas Selbstverständliches empfinden, umso besser. Noch leichter geht es oft mit ein paar Tricks.
Bunte Zahnbürste oder doch lieber das elektrische Modell? Eltern sollten experimentieren, wie sie ihr Kind am einfachsten zum Zähneputzen motivieren können. Foto: Andreas Gebert (Foto: dpa)
Manchmal hilft es, wie ein Hund zu bellen, wenn man ein Kind dazu bekommen möchte, seine Zähne zu putzen. Die Kinder sind dann so gebannt, dass sie den Mund aufsperren. Wie das Zähneputzen bei ihrem Kind am besten klappt, müssen Eltern ausprobieren. Wichtig ist nur, dass sie konsequent bleiben und mindestens einmal am Tag putzen. Denn das senkt das Kariesrisiko deutlich.
Gute Zahnpflege beginnt, wenn das Baby noch zahnlos die Welt anlacht . Bereits dann sollten Eltern regelmäßig spielerisch mit einer weichen Zahnbürste, einer Noppenzahnbürste oder mit dem Finger den Kieferkamm des Babys massieren. «Das erleichtert das Zahnen», erklärt Johanna Kant, Vorsitzende des Bundesverbandes der Kinderzahnärzte in München .
Sobald das Baby greifen kann, darf es eine eigene Zahnbürste halten und damit spielen. Fangen Eltern so früh mit der Zahnpflege an, verhinderten sie, dass sich Kinder gegen das Putzen wehren, sagt Andrea Thumeyer, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen mit Sitz in Frankfurt/Main.
Bricht der erste Milchzahn durch, beginnt das eigentliche Putzen. Dafür legen Eltern ihr Kind am besten auf den Wickeltisch, damit der Kopf gut abgestützt ist. Oder sie nehmen das Baby auf den Schoß. «Ziehen Sie die Lippe etwas zur Seite, setzen Sie die Zahnbürste auf den Zahn und bürsten sie leicht hin und her», rät Kant.
Ein wirksamer Schutz gegen Karies sind Fluoride. «Fluoride sorgen dafür, dass der Zahnschmelz weniger angreifbar durch Säuren wird», erklärt Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer in Berlin. Außerdem sorgten sie dafür, dass Mineralien in die Zähne eingelagert werden.
Kinderärzte raten Eltern, ihrem Kind von Geburt an bis zum dritten Lebensjahr Tabletten mit einer Fluoridmenge von 0,25 Milligramm am Tag zu geben. Zusätzlich sollten sie ihren Kindern die Zähne putzen - allerdings ohne Zahncreme. Denn nehmen Kinder zu viel Fluorid auf, könne das Wachstum der zweiten Zähne gestört werden, erläutert das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Die Zahnärzte kennen das Risiko der sogenannten Fluorose . Sie raten aber - anders als die Kinderärzte -, schon bei Babys fluoridhaltige Zahnpasta zu verwenden. Vom Durchbruch des ersten Zahns bis zum zweiten Geburtstag sollten Eltern einmal am Tag die Zähne mit einem Hauch Zahncreme putzen. Die Paste sollte eine Fluoridmenge von 500 ppm enthalten. Ab dem zweiten Lebensjahr wird zweimal täglich geputzt, ab dem Schuleintritt zweimal am Tag mit einer Zahncreme, die 1000 bis 1500 ppm Fluorid enthält.
Damit das Kind still hält und den Mund aufmacht, sind die Eltern gefragt: «Mein Mann hat den Hampelmann gemacht, derweil habe ich die Zähne geputzt», erzählt Thumeyer. Wehren sie sich trotzdem, helfe nur eins: Das Kind festhalten und trotzdem putzen.
Nach dem Zähneputzen sollte die Zahncreme ausgespuckt, nicht aber mit Wasser ausgespült werden, rät Prof. Oesterreich. So blieben die Fluoride auf den Zahnoberflächen und könnten besonders gut wirken.
Ab dem zweiten Geburtstag werden die Zähne auch morgens geputzt - am besten nach dem Frühstück. Isst das Kind allerdings Obst, warten Eltern besser mit dem Putzen. «Die Säuren führen zum Herauslösen von Mineralien aus der Zahnoberfläche. Die Zähne fühlen sich rau an», erklärt Prof. Oesterreich. Dann bestehe die Gefahr, dass die Mineralien abgebürstet werden, bevor sie wieder in den Zahn eindringen.
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