ABC der Wirkstoffe
Das steckt in Pflegeprodukten
Aminosäure, Zink und Co.: Welche Stoffe in Cremes stecken, was sie bewirken. mehr...
BREMEN Sie kneifen die Augen zusammen, pressen die Lippen aufeinander oder schreien wie am Spieß: Kindern Medikamente zu geben, kann nervenaufreibend sein. Ein paar Tricks helfen, Tropfen, Antibiotikasaft oder Zäpfchen zu verabreichen.
Wie viele Tabletten? Kindern müssen Medikamente besonders streng nach den Empfehlungen des Arztes verabreicht werden. (Foto: dpa/Patrick Pleul)
Inhalieren Wenn Kinder regelmäßig Medikamente nehmen müssen, lohnt es sich, daraus ein Ritual zu machen, rät Prof. Gerd Glaeske von der Universität Bremen. Beim Inhalieren bekommt der Nachwuchs zum Beispiel immer vorgelesen. "Dann hat das Kind etwas, worauf es sich freut, und das Inhalieren steht nicht mehr im Vordergrund."
Augentropfen Wenn das Kind seine Augen zusammenkneift, ist das nicht schlimm. Die Tropfen sollte man in den inneren Winkel des geschlossenen Auges geben, empfiehlt Erika Fink, Apothekerin in Frankfurt und Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Macht das Kind die Augen wieder auf, fließt der Tropfen hinein. Sind beide Elternteile da, schlägt Fink folgenden Trick vor: einer zieht die Augenlider vorsichtig auseinander, der andere gibt die Tropfen ins Lid.
Nasentropfen Muss das Kind Nasentropfen nehmen, sollte es leicht überstreckt auf dem Rücken liegen, erklärt Fegeler. "Drücken Sie ein Nasenloch von außen zu und geben Sie in das andere die Tropfen." Bei sehr kleinen Kindern rät Erika Fink, ein Wattestäbchen mit den Tropfen zu tränken und damit die Schleimhaut zu benetzen.
Zäpfchen Laut Fink sollte man Zäpfchen am besten an der Spitze eincremen. "Geben Sie kein halbes Zäpfchen. Wenn es vorne nicht angespitzt ist, tut es weh", warnt die Expertin. Muss das Zäpfchen doch halbiert werden, werde es längs durchgeschnitten.
Säfte Vor allem Säfte müssen korrekt bemessen werden. Deshalb gilt: Beim Dosieren immer im Hellen stehen und besser dreimal die Menge kontrollieren. Für Babys gibt es spezielle Einwegspritzen, durch die der Saft in den Mund gespritzt wird. Sonst gilt grundsätzlich: Im Stehen schluckt es sich am besten. Schaffen ältere Kinder den Saft auf einem Löffel nicht vollständig, sollten Eltern es mit zwei halben Portionen probieren, erläutert Fink.
Oder sie mischen den Rest mit einem Getränk, das das Kind gerne mag, rät Prof. Gerd Glaeske, der zu Wirkungen von Arzneimitteln forscht. Zwar enthalten Fruchtsäfte und Tees Inhaltsstoffe, die mit den Wirkstoffen der Medikamente reagieren können. Nimmt das Kind das Medikament aber partout nicht anders ein, könnten Eltern sich so behelfen. Vorher sollten sie aber den Beipackzettel lesen.
Spuckt das Kind einen Teil des Medikamentensaftes wieder aus, ist das Pech. Eltern sollten nicht aus der Hand nachdosieren oder beim nächsten Mal einfach mehr geben. Schließlich wissen sie nicht, wie viel des Wirkstoffs im Mund gelandet ist. "Die Dosierung ist schnell zu hoch", betont Prof. Glaeske.

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