Medienhaus Lensing
19.09.2012 10:22 Uhr
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Quengelige Kinder: Zäpfchen, Tropfen und Co.: So klappt's mit der Einnahme

BREMEN Sie kneifen die Augen zusammen, pressen die Lippen aufeinander oder schreien wie am Spieß: Kindern Medikamente zu geben, kann nervenaufreibend sein. Ein paar Tricks helfen, Tropfen, Antibiotikasaft oder Zäpfchen zu verabreichen.dpa

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Wie viele Tabletten? Kindern müssen Medikamente besonders streng nach den Empfehlungen des Arztes verabreicht werden.  (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Wichtig ist, dass Eltern Zeit und Geduld mitbringen - und dem Kind vermitteln: Es gibt keine Alternativen zu Tablette, Saft oder Tropfen.Wie gut ein Kind Medikamente akzeptiert, hänge stark von der Haltung der Eltern ab, sagt Ulrich Fegeler vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte in Berlin. "Wenn Eltern sagen: 'Das riecht aber komisch', ist das nicht besonders unterstützend." Auch sollten sie sich auf keine Diskussionen einlassen.

Wie verabreicht man die Medikamente am besten?

Doch was kann man tun, wenn der Nachwuchs fest die Lippen zusammenpresst, sobald sich der Löffel mit dem Saft nähert oder die Augen zusammenkneift, wenn das Tropfenfläschchen in Sichtweite rückt? Experten verraten einige Tricks. 

Inhalieren Wenn Kinder regelmäßig Medikamente nehmen müssen, lohnt es sich, daraus ein Ritual zu machen, rät Prof. Gerd Glaeske von der Universität Bremen. Beim Inhalieren bekommt der Nachwuchs zum Beispiel immer vorgelesen. "Dann hat das Kind etwas, worauf es sich freut, und das Inhalieren steht nicht mehr im Vordergrund."

Augentropfen Wenn das Kind seine Augen zusammenkneift, ist das nicht schlimm. Die Tropfen sollte man in den inneren Winkel des geschlossenen Auges geben, empfiehlt Erika Fink, Apothekerin in Frankfurt und Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Macht das Kind die Augen wieder auf, fließt der Tropfen hinein. Sind beide Elternteile da, schlägt Fink folgenden Trick vor: einer zieht die Augenlider vorsichtig auseinander, der andere gibt die Tropfen ins Lid.

Nasentropfen Muss das Kind Nasentropfen nehmen, sollte es leicht überstreckt auf dem Rücken liegen, erklärt Fegeler. "Drücken Sie ein Nasenloch von außen zu und geben Sie in das andere die Tropfen." Bei sehr kleinen Kindern rät Erika Fink, ein Wattestäbchen mit den Tropfen zu tränken und damit die Schleimhaut zu benetzen.

Zäpfchen Laut Fink sollte man Zäpfchen am besten an der Spitze eincremen. "Geben Sie kein halbes Zäpfchen. Wenn es vorne nicht angespitzt ist, tut es weh", warnt die Expertin. Muss das Zäpfchen doch halbiert werden, werde es längs durchgeschnitten.

Säfte Vor allem Säfte müssen korrekt bemessen werden. Deshalb gilt: Beim Dosieren immer im Hellen stehen und besser dreimal die Menge kontrollieren. Für Babys gibt es spezielle Einwegspritzen, durch die der Saft in den Mund gespritzt wird. Sonst gilt grundsätzlich: Im Stehen schluckt es sich am besten. Schaffen ältere Kinder den Saft auf einem Löffel nicht vollständig, sollten Eltern es mit zwei halben Portionen probieren, erläutert Fink.

Oder sie mischen den Rest mit einem Getränk, das das Kind gerne mag, rät Prof. Gerd Glaeske, der zu Wirkungen von Arzneimitteln forscht. Zwar enthalten Fruchtsäfte und Tees Inhaltsstoffe, die mit den Wirkstoffen der Medikamente reagieren können. Nimmt das Kind das Medikament aber partout nicht anders ein, könnten Eltern sich so behelfen. Vorher sollten sie aber den Beipackzettel lesen.

Spuckt das Kind einen Teil des Medikamentensaftes wieder aus, ist das Pech. Eltern sollten nicht aus der Hand nachdosieren oder beim nächsten Mal einfach mehr geben. Schließlich wissen sie nicht, wie viel des Wirkstoffs im Mund gelandet ist. "Die Dosierung ist schnell zu hoch", betont Prof. Glaeske.
 

Die richtige Dosierung Kinder wiegen weniger und Arzneien wirken bei ihnen viel stärker als bei Erwachsenen. Deshalb sollten Eltern den Kinderarzt fragen, wie sie die Arznei richtig dosieren, und wie oft und lange das Kind sie nehmen muss, betont IQWiG. Im Beipackzettel steht zudem, ob das Medikament zu bestimmten Uhrzeiten, vor oder nach dem Essen oder mit viel Flüssigkeit eingenommen werden muss.

 

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