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Bonn/Tharandt (dpa/tmn) Grünes fällt im grünen Garten wenig auf. Doch im Winter, wenn die Beete nicht bewachsen und die Laubbäume kahl sind, werden immergrüne Pflanzen plötzlich zum Hingucker. Zedern und Zypressen darunter sind besonders eindrucksvolle Gehölze.
Zypressen kennt man aus der Toskana - die Bäume säumen die Auffahrten zu malerischen Landgütern. Foto: Hilke Segbers (Foto: dpa)
Im Winter fallen jene Pflanzen im Garten auf, die sonst Tarnfarben tragen: Immergrüne Gehölze. Unter ihnen zeigen vor allem die Nadelgehölze im tristen Graubraun des Winters Farbe. Zu ihnen zählen Zedern und Zypressen - die Exoten haben auch hierzulande einen Platz in den Gärten gefunden.
«Zedern haben ein ungewöhnliches Verbreitungsgebiet», erläutert Wolfram Lobin, Kustos des Botanischen Gartens der Universität Bonn. «Sie kommen zum einen rund um das Mittelmeergebiet vor und zum anderen im Himalaya.» In den mitteleuropäischen Breiten haben Zedern kein natürliches Verbreitungsgebiet. Einige wenige Arten sind hier inzwischen aber recht heimisch, sagt Ulrich Pietzarka, Kustos des Forstbotanischen Gartens Tharandt in Sachsen.
Dazu zählt die Atlas-Zeder (Cedrus atlantica) aus Nordafrika. Besonders beliebt ist hierzulande die Blaue Atlas-Zeder. Der stattliche Baum mit blaugrauen Nadeln hat sich als besonders widerstandsfähig im städtischen Umfeld bewährt. Die Libanon-Zeder (Cedrus libani) hat einst große Wälder im Libanon gebildet. Heute ziert sie immer noch das Staatswappen des Landes. Daneben findet man die Zypern-Zeder (Cedrus brevifolia oder Cedrus libani var. brevifolia) und die Himalaya-Zeder (Cedrus deodora).
Zedern eignen sich nur für große Hausgärten, denn sie brauchen besonders viel Platz, sagt Lobin. Alle Arten sind winterhart - ausgenommen die aus Zypern kommende Form. Zedern erkennt man an ihren Nadeln, sagt Lobin. Sie sitzen sowohl an den langen Trieben als auch an den davon abgehenden kürzeren Trieben.
Das Holz ist wertvoll. «Es ist jedoch falsch, dass Zedernholz intensiv duftet», klärt der Botaniker Lobin auf. Das Holz, das zur Vorbeugung gegen Motten für etwa Schuhspanner verwendet wird, sieht nur ähnlich aus wie Zedernholz. Es handelt sich dabei aber um das Holz des Riesen-Lebensbaumes (Thuja plicata). Er wird im Englischen als «Red Cedar» bezeichnet.
Schlank und hoch wachsen die Säulen-Zypressen. Die Auffahrten zu toskanischen Landgütern zieren malerisch die schwarzgrünen Bäume. Die Echte Mittelmeer-Zypresse (Cupressus sempervirens) ist hierzulande nicht zuverlässig winterhart. «Bei uns im Botanischen Garten in Bonn wächst seit vielen Jahren ein Exemplar», berichtet Lobin zwar. Allerdings liegt das Rheinland in einem vergleichsweise milden Bereich Deutschlands. Außerdem schütze die Schlossmauer den Baum.
Auch die Mexikanische und die Monterey-Zypresse sind wärmebedürftig. Winterhart sind die Arizona-Zypresse (Cupressus arizonica) und Siskiyou-Zypresse (Cupressus bakeri) sowie die Kaschmir-Zypresse (Cupressus cashmeriana). Zypressen haben schuppenförmige Blätter, die sehr dicht stehen. Ihre rundlichen Zapfen öffnen sich erst nach einem Feuer, um die Samen frei zusetzen.
«Wenn es einem um die schlanke, säulenförmige Wuchsform geht, findet man in der Familie der Zypressengewächse zahlreiche Koniferen, die ähnlich aussehen», rät Pietzarka. Beispiele sind die Lebensbäume (Thuja), Scheinzypressen (Chamaecyparis) und auch einige Wacholder-Bäume (Juniperus). Sie sind leicht zu kultivieren, vollkommen winterhart und werden häufig als Heckenpflanzen angeboten.
Wer dagegen Wert auf ein besonderes Gehölz legt, dem empfiehlt der Forstwissenschaftler die Weihrauchzeder (Calocedrus decurrens). «Auch hier handelt es sich um ein Zypressengewächs und nicht um eine Zeder», sagt Pietzarka. Im Garten kann er zu einem eindrucksvollen Baum mit rotbrauner Rinde heranwachsen. Die Industrie schätzt hingegen sein Holz: Aus der Pflanze werden Bleistifte hergestellt.

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