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Dietramszell (dpa/tmn) Auf Englisch heißen sie «Ladyslipper», und der Name ist Programm: Frauenschuh-Orchideen sehen aus wie Fußbekleidung en miniature. Es gibt sie in zahlreichen Farben und für drinnen wie draußen. Allerdings erfordern sie etwas Fingerspitzengefühl.
Frauenschuh-Orchideen wie hier Paphiopedilum pinocchio haben eine typische Form: Das nach unten gerichtete Blütenblatt, die sogenannte Lippe, sieht aus wie ein Schuh. Foto: Franziska Koark (Foto: dpa)
Der Name «Frauenschuh» ist ihr Markenzeichen: Er beschreibt bildlich eine ganze Reihe von Orchideengattungen, die botanisch in der Unterfamilie Cypripedioideae zusammengefasst werden. An der Blüte sind diese Orchideen leicht zu erkennen, denn das nach unten gerichtete Blütenblatt, die sogenannte Lippe, hat die Form eines Schuhs. So erklärt sich auch der englische Name «Ladyslipper».
Die Blüten tragen strahlende Farben: Rot, Orange, Rosa, Grün oder Gelb. Zum Teil fallen sie durch kontrastreiche punktförmige Zeichnungen oder aderförmige Linien auf. Die seitlichen Blütenblätter können bei einzelnen Arten 25 Zentimeter oder länger werden. «Arten von Paphiopedilum und Phragmipedium stammen aus tropischen Regionen», erklärt der Gartenbau-Ingenieur und Orchideenexperte Michael Weinert aus Dietramszell (Bayern). «In den gemäßigten Klimazonen ist die Gattung Cypripedium mit weltweit etwa 50 Arten verbreitet.» Hierzulande sind in erster Linie Hybriden im Handel. Vereinzelt gibt es auch Nachzuchten der Naturformen für den heimischen Garten.
«Die Gattung Phragmipedium hat ihre Heimat in Südamerika», sagt Roland Schettler, Erster Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Orchideenfreunde (VDOF). «Typisch für diese Gattung sind die hellgrünen Blätter.» Im Vergleich dazu tragen viele Paphiopedilum-Arten, die vorwiegend aus Asien stammen, Marmorierungen auf den Blättern. «Grundsätzlich muss man wissen, dass Frauenschuhe auf der Fensterbank nicht so unkompliziert sind wie die weit verbreiteten Phalaenopsis», sagt er. Ein wichtiger Unterschied besteht in den Wurzeln, die bei Frauenschuh-Orchideen an der Spitze behaart sind. Über diese nehmen sie Wasser und Nährstoffe auf.
Sind die Wurzeln durch zu nassen Stand oder anhaltende Trockenheit geschädigt, stirbt die Pflanze ab. Während die Wurzeln von Phragmipedium durchaus in einem mit Wasser gefüllten Untersetzer stehen sollten, schüttet man bei allen Paphiopedilum überschüssiges Wasser weg. Das Ansprühen ist nicht von Vorteil, weil sich gerne mal Wasser im Herz sammelt und so Fäulnis am Blütenstiel entsteht.
Frauenschuhe blühen einmal im Jahr für etwa sechs bis acht Wochen. Einige Formen blühen mehrtriebig, andere bilden am Ende des Blütentriebs immer wieder neue Knospen. «Ist der Blütenstiel ganz trocken, kann er abgeschnitten werden», erklärt Schettler. Anschließend bildet sich ein neuer Trieb, der blüht, wenn er eine ausreichende Größe erreicht hat. Gedüngt wird ausschließlich mit Orchideendünger in schwacher Dosierung.
Die winterharten Frauenschuhe erobern allmählich die Gärten. «Die Erdorchideen vertragen problemlos Temperaturen unter minus 20 Grad, denn sie stammen von Mutterarten ab, die natürlicherweise in Gegenden mit kalten Wintern vorkommen», sagt Weinert.
Der Standort sollte halbschattig bis schattig sein. Entscheidend ist, dass die Pflanzen keine Mittagssonne bekommen. Wenn die Pflanzen im Frühling neu austreiben, versorgt man sie mit einem handelsüblichen Gartendünger. Entscheidend für den Erfolg ist die Qualität der Pflanzen. Blühende Exemplare im Topf tun sich meist schwerer mit dem Wechsel in den eigenen Garten als wurzelnackte Rhizome, die Versandgärtnereien im Herbst verschicken.
Bleibt die Frage nach empfehlenswerten Hybriden. «Das hängt von den persönlichen Vorlieben ab», findet Weinert. Die klassische Farbkonstellation von gelbem Schuh mit Sepalen und Fahne in Braunrot bieten Sorten wie 'Emil', 'Pueblo' und 'Hank Small'. Zartes Rosa zeigen die Blüten von 'Sabine' und 'Regina'. Besonders große Blüten in verschiedenen Weißtönen haben die Sorten 'Ventricosum Pastell' und 'Sabine Pastell'. Besonders gut wachsen 'Anna' und 'Gisela'.

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