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Wien (dpa/tmn) Enten, Füchse, Hasen und Schweine: Die Designer sind Tierfreunde geworden. Immer mehr animalische Objekte zieren den Wohnraum. Was steckt hinter diesem Trend?
Ein Hund im Suppenteller: Die Designerin Hella Jongerius platzierte in Schalen des Unternehmens Nymphenburg Tierfiguren (ca. 2180 Euro). Foto: Porzellan Manufaktur Nymphenburg (Foto: dpa)
Wohnen mit lauter Tieren - das klingt erstmal anstrengend. Aber diese Vierbeiner verschmutzen nichts, fressen nichts, lärmen nicht und stellen keine Ansprüche. Denn sie sind aus Holz, Porzellan, PVC oder Leder. Ob auf Tellern, als Buchstütze, Badewannenstöpsel oder Lampe: Dekorationen in Tierform sind reihenweise derzeit bei den Ausstattern im Programm.
Allenfalls der Platzbedarf ist mitunter beträchtlich: So entwarfen etwa die Designerinnen des schwedischen Trios Front für das holländische Avantgarde-Label Moooi ein lebensgroßes Pferd aus schwarzem Kunststoff, das als Lampe dient. Und ihr Plastik-Schwein dient mit einem Tablett über den Schulterblättern als Beistelltisch.
«Tiere im Design sind eine Form der Infantilisierung, denn die Motive bedrohen uns nicht und fordern uns nicht heraus», erklärt die Trendforscherin Oona Strathern aus Wien, warum Erwachsene sich mit Spielzeug umgeben. «Stattdessen bieten sie uns eine Art Komfortzone, die sich von der Unschuld in der Kindheit speist.»
Bereits in den 50er Jahren waren Tiere Thema im Design - vielleicht weil die Menschen auch in dem Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg Sicherheit suchten. Damals schuf Kay Bojesen Holztiere für die Firma Rosendahl. Für den Dänen sollten die Objekte beim Betrachter das Gefühl hervorrufen, sie wegen ihrer lebendigen und einnehmenden Erscheinung berühren zu wollen. Allen voran seine Äffchen sind zu begehrten Sammlerstücken avanciert.
Ebenfalls schon in den 50er Jahren gestaltete Kristian Vedel seine «Birds» für Architectmade. Die Köpfe der kleinen Vögel lassen sich bewegen und können durch veränderte Stellungen immer wieder einen neuen Ausdruck annehmen. Ein anderer Vogel hat es sogar zum Status einer Designikone gebracht, obwohl der Urheber unbekannt ist: Der «Eames House Bird» steht im Haus des Designerpaars von Charles und Ray Eames in Los Angeles. Der Vogel wurde häufig von den Kreativen als Accessoire auf Fotos eingesetzt. Ein Modell aus schwarz lackiertem Erlenholz und Eisendraht gibt es heute bei Vitra.
Ein ungewöhnliches Objekt haben die beiden Karlsruher Designerinnen Yvonne Fehling und Jennie Peiz mit «Still lives» entworfen: ein lebensgroßes Schwein, das mit Rindsleder bezogen ist. Dieses ist rautenförmig geheftet und mit Knöpfen versehen - was das Schwein zu einem typisch englische Chesterfield-Polstermöbel macht.
Das Objekt ist Hocker, Spielzeug, Skulptur, Kuscheltier und Turngerät zugleich. «Vielleicht ist es die Aufforderung zum spielerischen Umgang mit dem Schwein, das uns in einen kurzweiligen, kindlichen Zustand der Unbekümmertheit und der Unwissenheit zurückversetzt - und so die Menschen beim Anblick dieses Objektes in eine heitere Stimmung versetzt», erklärt die Designerin Jennie Peiz.
Manche tierischen Objekte lassen einen schmunzeln - wie die von Donkey Products. Zum Beispiel, wenn jemand aus einem Becher trinkt, Mund und Nase in der Tasse versenkt und - das Gegenüber plötzlich auf eine Tierschnauze wie einen Schweinerüssel oder eine Hasenscharte blickt, die auf der Unterseite des Trinkgefäßes auftaucht.
Die Holländerin Hella Jongerius platzierte in Teller für Nymphenburg Tierfiguren. Schräg sind die Teller von Kristine Meyer und Sabine Lavigne: Sie verzierten für ihre Serie «Yippie Yi Yay» Stücke mit Geschichten aus der Cowboywelt. Dazu gehören auch Tiere - etwa eine Katze mit gezückter Pistole.

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