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Werl (dpa) Dagegen ist kein Kraut gewachsen: Sauerkraut ist und bleibt ein deutsches Kultprodukt. Als typisches und sehr gesundes Wintergemüse, eignet es sich besonders gut als Beilage. Doch Sauerkraut ist vielfältiger als das.
Wer Sauerkraut isst, tut auch etwas für seine Gesundheit. Denn Sauerkraut liefert große Mengen Vitamin C, Kalium und Vitamin B6. Für Magen- und Darmkranke wird Sauerkraut sogar als Heilnahrung eingesetzt, sagt Sauerkraut-Landwirt Heinz-Bernd Hufelschulte aus Werl in Westfalen. Seine positive Wirkung verdankt das Kraut vor allem der Milchsäure, die die Darmflora harmonisiert, betonen Ernährungsexperten.
Sauerkraut ist nicht nur ein ideales Wintergemüse, sondern auch ein altbewährtes Produkt: Historiker berichten über die erste Herstellung von eingelegtem Kohl vor bereits 2200 Jahren. Später entwickelte es sich zum wichtigsten Hilfsmittel auf See im Kampf gegen die Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut. Sauerkraut ist außerdem noch sehr kalorienarm und gut für die Figur.
Die Experten empfehlen, das Kraut nach Möglichkeit roh zu essen. So bleiben die gesunden Inhaltsstoffe am besten erhalten. Gekocht lässt sich Sauerkraut allerdings leichter verdauen. Die Möglichkeiten der Zubereitung sind vielfältig: Wer Suppe, Salat oder Quiche aus Sauerkraut gekostet hat, wird die klassische Verwendung als Beilage zu Fleisch schnell als eintönig empfinden.
Inzwischen haben selbst Sterneköche das Sauerkraut für sich entdeckt. Björn Freitag, Sternekoch aus Dorsten im nördlichen Ruhrgebiet, hat zum Beispiel Sauerkrautwickel mit Mango und Chicoréesalat in seinem Repertoire. An anderer Stelle empfiehlt er Spanferkelbäckchen mit Sauerkraut und Granatapfel-Soße. Auch Hufelschulte kennt moderne Sauerkraut-Gerichte - der Landwirt schwärmt von einer Sauerkrautpizza mit geräuchertem Speck und deftigem Tilsiter.
Sauerkraut ist ein typisches Wintergemüse. Früher ging es hauptsächlich darum, den Weißkohl haltbar zu machen. «Damit die Menschen Vorrat für den langen Winter hatten», erklärt Christian März von der Landwirtschaftskammer in Münster. «Ganze Kohlköpfe werden zu Hause heute kaum noch verarbeitet», so März. Der Trend gehe vielmehr zur industriell verarbeiteten Nasskonserve. Der in dünne Fäden geschnittene Weißkohl wird am Ende der Produktion gesalzen und biologisch zu Sauerkraut vergoren. Dieser Gärprozess dauert je nach Temperatur mehrere Monate.
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