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Festlich geschmückt schmiegt sich das winterliche Seiffen in die wunderschöne erzgebirgische Landschaft. (Foto: W. Thieme)
Jedes Jahr im November findet im Erzgebirge eine ganz besondere Verwandlung statt.
In jedem Haus werden die Räuchermännchen in den Wohnzimmern aufgestellt, die Fenster erstrahlen im heimeligen Licht der Schwibbögen und die Erzgebirger gesellen sich auf den Weihnachtsmärkten zueinander.
Einzigartiges Handwerk
In der dunklen Jahreszeit, wenn draußen die eisige Kälte alles umschlingt, machen sich die Erzgebirger fleißig an ihre Arbeit. Die Öfen der Werkstätten verströmen wohlige Wärme, der Duft von Räucherkerzen schwebt durch die Räume. An den Werkbänken streichen geübte Hände mit feinen Pinseln über die Körper von Holzpferdchen. Weiße Augen und ein brauner Schweif – jedes Detail ist von Hand gemacht, wie die Tiere selbst. Sie werden aus einem Holzreifen geschnitten. Reifendrehen wird diese Technik genannt. Sie ist wie das Spanbaumstechen eine Holzbearbeitungsmethode, die es nur im Erzgebirge gibt. Findige Erzgebirger haben sie vor vier Jahrhunderten entwickelt, als der Erzabbau nicht mehr zum Broterwerb ausreichte.
Von Hand gemacht
Damals gewannen auch das Klöppeln, die Posamenten-Herstellung und das Kunstschmieden an Bedeutung. Die Einheimischen ahnten zu jener Zeit nicht, dass ihre Volkskunst einmal weltbekannt werden sollte. Das Siegel „Echt Erzgebirgische Volkskunst“ schützt heute sogar international die unverwechselbaren und aufwendig gearbeiteten Figuren aus dem Erzgebirge. Ein wohl verdientes Gütezeichen, denn Schnitzen, Drehen und Drechseln dürfen nur die geschicktesten Hände. Es dauert etwa 40 Stunden, bis ein 30 Zentimeter großer Bergmann vollendet ist. Rund 220 Werkstätten, vom Familienbetrieb bis zum mittelständischen
Unternehmen, arbeiten heute noch mit den überlieferten Techniken. In Schauwerkstätten lassen sich die Holzkünstler über die Schulter schauen.
Gemütlichkeit pur in der Vorweihnachtszeit
Vor allem in der Adventszeit präsentieren die Erzgebirger stolz ihre liebevoll hergestellten Nussknacker, Räuchermänner und Engel. Dann drehen sich in den warmen Stuben die Pyramiden und in den Fenstern erstrahlen bezaubernde Schwibbögen. Einheimische kommen zum Hutzenabend zusammen, erzählen sich Geschichten, singen Lieder und erwecken alte Bräuche zum Leben. Überall duftet es nach frischem Stollen und gebrannten Mandeln. Auf insgesamt 35 Weihnachtsmärkten bieten Händler Holzspielzeug und Volkskunst an. In diesen Tagen begleiten feierliche Fanfarenklänge die Bergleute beim Aufmarschieren in ihren prächtigen Trachten. Gemütliche Gaststätten und Kneipen bieten den Gästen Neunerlei an, ein Essen aus neun Gerichten.
All das sind Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden und die im Erzgebirge heute wie eh und je lebendig sind. All das sind Traditionen, die das Erzgebirge zu einem einzigartigen Weihnachtswunderland machen.
Das Zauberwort hieß Silber
Die meisten Weihnachtsbräuche und Traditionen im Erzgebirge haben ihren Ursprung im Bergbau. Im 12. Jahrhundert wurde im Erzgebirge Silber gefunden. Plötzlich zogen tausende Menschen ins Erzgebirge, um mit dem Silber schnell Geld zu verdienen. Diese schnelle Entwicklung des Bergbaus im Erzgebirge wurde „Berggeschrei“ genannt und ist mit dem Goldrausch in Nordamerika zu vergleichen. In vielen Städten des Erzgebirges ist dieser einstige Reichtum noch heute zu sehen: Prächtige Bürgerhäuser stehen in den Straßen und Gassen, stolze Rathäuser befinden sich an mittelalterlichen Marktplätzen, ehrwürdige Hallenkirchen überragen die Bergstädte.
Alte Handelsstraße heute Erlebnisroute durch zwei Länder
Wie ein silbernes Band zieht sich die Sächsisch-Böhmische SILBERSTRASSE auf 273 Kilometern durch die reizvolle Landschaft des Erzgebirges und bietet seinen Besuchern einen roten Faden, die vielfältigen Zeugen der 800jährigen Bergbaugeschichte auf sächsischer und böhmischer Seite zu erkunden. Besuchen Sie für weitere Informationen auch
www.silberstrasse.de oder lassen Sie sich vom Tourismusverband Erzgebirge persönlich bei der Planung Ihrer Entdeckungstour unterstützen.
Bedeutende Weihnachtsmärkte und Bergparaden in der Erlebnisheimat Erzgebirge 2012 (Auswahl)
27.11. – 22.12.2012
Freiberger Christmarkt mit Bergparade im Fackelschein am 08.12.2012
30.11. – 23.12.2012
Annaberger Weihnachtsmarkt mit der traditionell letzten Bergparade des Jahres am 23.12.2012
01.12. – 23.12.2012
Schneeberger Weihnachtsmarkt
08.12. – 09.12.2012
Schneeberger Lichtlfest mit umfangreichen Bühnenprogramm und Bergaufzug am 09.12.2012
01.12. – 23.12.2012
Seiffener Weihnachtsmarkt mit geöffneten Schauwerkstätten und dem Bergaufzug am 15.12.2012
07.12. – 16.12.2012
Schwarzenberger Weihnachtsmarkt mit Bergaufzug am 15.12.2012
Weitere Informationen:
Tourismusverband Erzgebirge e.V.
Adam-Ries-Straße 16
09456 Annaberg-Buchholz
www.erzgebirge-tourismus.de
Servicetelefon: 03733 - 188 00 88
info@erzgebirge-tourismus.de
Der Tourismusverband Erzgebirge e.V. wird im Rahmen des Projektes „Aufbau und Vermarktung der Sächsisch-Böhmischen SILBERSTRASSE“ durch das EU-Förderprogramm Ziel 3 zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik unterstützt.