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13.12.2012 10:22 Uhr
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Flugschau auf dem Balkon - Volieren bieten Vögeln genug Platz

Bonn (dpa/tmn) Volieren für Vögel sind hübsch und machen zumindest im Freien nicht viel Arbeit. Bei der Auswahl der Vögel sollten Halter aber auf die Kräfteverhältnisse achten. Eine Wohngemeinschaft zwischen Papagei und Kanarienvogel ist keine gute Idee.Von Sabine Maurer, dpa

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In Volieren können verschiedene Vogelarten gehalten werden, wie hier ein Alexandersittich (l) und ein Halsbandsittich. Foto: Andrea Warnecke (Foto: dpa)

Im Garten von Kai Schraub im hessischen Ober-Mörlen ist immer was los. Kanarienvögel, Amadenen, Zebrafinken und Mövchen hüpfen und flattern in ihren großen Volieren herum. Welche seine Lieblingsvögel sind, kann Schraub gar nicht sagen. Seit fünf Jahren züchtet er die Vögel. Bis zum Herbst hält er sie draußen in mehreren Volieren nach Arten getrennt, im Winter kommen sie fast alle zusammen in eine große Voliere ins Haus.

Das Zusammenleben klappt in der Regel problemlos. Allerdings sollte der Vogelhalter bei der Zusammenstellung auf ähnliche Größenverhältnisse achten. Ansonsten könnten Kämpfe für die kleineren, schwächeren Vögel böse ausgehen. «Papageien und Kanarienvögel sollte man zum Beispiel nicht zusammen halten», sagt der Magdeburger Tierarzt Klaus Kutschmann.

Um neue Tiere aneinander zu gewöhnen, können sie zunächst in Käfigen nebeneinander gehalten und erst dann nacheinander in die Voliere gesetzt werden. Ob es von einer Art mehr oder weniger Vögel sind, ist zweitrangig. Wichtig ist vor allem, dass die Tiere genügend Platz haben. «Dieses Thema ist ein grundsätzliches Problem», sagt Kutschmann. Zu viele Vögel auf engem Raum begünstigen nicht nur Infektionen, sondern bedeuten für die Tiere enormen Stress. Das kann dazu führen, dass sie sogar gegen die Wand flattern.

Eine Faustregel für die richtige Größe gibt es nicht. Die Voliere sollte auf jeden Fall so groß sein, dass die Tiere kurze Strecken fliegen können. Bei dem Vogelhalter Schraub leben zum Beispiel 30 kleine Vögel in einer 2,50 mal 1,80 Meter großen Voliere. Für zwei Graupapageien empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund in Bonn eine mindestens zwei Quadratmeter große Voliere plus Möglichkeit zum Freiflug.

«Papageien sollten ohnehin in Volieren leben», sagt Marius Tünte vom Tierschutzbund. Die normalen Käfige für die Wohnung seien meist nicht ausreichend. Auch für kleine Vögel sei das Leben in Volieren besser geeignet. Denn dort haben sie mehr Artgenossen, mehr Platz und mehr Unterhaltung. Weil sie fliegen und nicht nur von Stange zu Stange hüpfen, besteht bei ihnen auch nicht die Gefahr, übergewichtig zu werden. Und der Halter hat seinen Spaß, die Tiere zu beobachten. Allerdings kann es Probleme mit den Nachbarn wegen der Lärmbelästigung geben - vor allem bei den lauten Papageien.

Innenvolieren sollten nicht in der Nähe von Fernsehern, anderen Tieren oder der Küche aufgestellt werden. Denn Lärm und Gerüche stören die Vögel. Besser ist deshalb, die Tiere draußen zu halten. Möglich ist das fast das ganze Jahr, wenn ihnen ein schattiges Plätzchen sowie Schutz vor Unwetter geboten wird. «Sie müssen allerdings die Chance haben, sich an die Temperaturen zu gewöhnen», erklärt Vogelhalter Schraub.

So sollte ein Vogel von der warmen Wohnung nicht raus ins herbstliche Wetter gesetzt werden. Kann er sich langsam an die kühleren Temperaturen gewöhnen, hat er damit keine Probleme. Auf keinen Fall darf der Vogel im Zug stehen, denn das kann den Tod bedeuten.

«Man muss auch aufpassen, dass keine anderen Tiere in die Voliere eindringen können», rät Tierarzt Kutschmann. Nicht nur Hund, Katze und Vögel sind das Problem - auch Mäuse und Ratten werden durch das Vogelfutter angelockt. Die Voliere sollte entsprechend geschützt werden, etwa mit Maschendraht.

Bei der Ausstattung kann der Besitzer seine Fantasie spielen lassen. Neben Ästen mögen die Tiere auch Schaukeln, Ringe oder leere Klopapierrollen, die sie zerfetzen können. «Man kann auch Futter in diesen Rollen verstecken oder zum Beispiel Hirse an schwer zugänglichen Stellen aufhängen», sagt Tünte. So müssen sich die Tiere ihr Futter selbst erarbeiten und sind beschäftigt. Der Boden wird mit speziellem Sand eingestreut, es reicht aber auch unbedrucktes Papier. Auf jeden Fall brauchen die Tiere eine Möglichkeit zum Baden, dafür kann eine Schale mit Wasser auf den Boden gestellt werden.

Volieren können im Fachhandel etwa ab 100 Euro gekauft werden. Die meisten Vogelliebhaber bauen sie aber selbst und stellen sie auf den Balkon oder in den Garten. «Viele haben auch mehrere Volieren nebeneinander», sagt Kutschmann. Wenn diese Großkäfige im Freien stehen, hält sich die Arbeit für den Besitzer in Grenzen. In der Wohnung bedeuten sie reichlich Dreck.

Schraub reinigt die kleinen Volieren einmal wöchentlich und die große einmal im Monat. Die Tiere bleiben solange in der Voliere. Einmal täglich kriegen sie Futter. Genauso oft bekommen sie Wasser - auch in ihrem Schwimmbad. «Sie lieben es zu planschen und baden zwei- bis dreimal täglich.»

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