Absage ans Sonntags-Shoppen: Einzelhandel unzufrieden: Bürger werden vertrieben
BOCHUM Erschütterung, Schock, Trauer: Mit starken Worten reagierte Bochums Einzelhandel auf die Ratsentscheidung. "Ein herber Rückschlag: Der Einzelhandelsstandort Bochum wird sich im Wettbewerb mit den benachbarten großen Städten nachhaltig verabschieden", betonte Jörg A. Linden, Sprecher der IHK.
- Arbeitsunfall beim Bochumer Verein 24-Jähriger in Transportwagen eingeklemmt
- Steven Sloane machte die Jahrhunderthalle zur doppelten Kathedrale Brücken von Bach nach Israel
- "Cyrano de Bergerac" Rohde hat die Nase vorn
- Bösch inszeniert "Die Ratten" Drama im Fantasie-Milieu
- Street-Artisten-Show Urbanatix trotzt der Schwerkraft
Stefan Lenk, Vorsitzender des Bochumer Einzelhandels, sagte gestern: "Es trifft uns ganz bitter. Wir nehmen uns nicht nur die Chance, unsere Zentren und Stadtteilzentren zu stärken. Wir treiben unsere Bürger auch noch in andere Städte". Eine Einschätzung, die Jochen Czub, Center-Manager des Ruhr-Parks, teilt: "Menschen, die einkaufen wollen, werden es weiter tun - dann aber in Essen oder Dortmund". 40- bis 50 000 Besucher zählt der Ruhr-Park an verkaufsoffenen Sonntagen in fünf Stunden, 50 000 kommen an einem normalen Werktag mit zehn Stunden Öffnungszeit.
Maßvoller Vorschlag
Maßvoll sei der Vorschlag mit nur drei verkaufsoffenen Sonntagen pro Stadtteil an insgesamt 13 Sonntagen gewesen, da sind sich Lenk und Czub einig. Essen beispielsweise, ja sogar Witten hat mehr Termine genehmigt. Lenk spricht von Selbstkasteiung. Czub: "Drei Sonntage im Jahr: Das kann jeder Mitarbeiter im Einzelhandel gut verschmerzen."
Besonders wird es nach Meinung von Lenk und Linden die Stadtteilzentren treffen. Lenk: "Es tut mir leid für die Einzelhändler, die sich unsagbar engagieren, um ihre Stadtteile attraktiver zu machen und die Nahversorgung zu stärken. Mit Erfolg: Wenn sonntags die Geschäfte offen sind, sind die Stadtteile voll."
Niemals habe er mit dem Beschluss gerechnet, sagte Lenk gestern ein wenig ratlos. Doch aufgeben wollen weder er noch Czub und Linden: "Wir versuchen, ein anderes Ergebnis zu erzielen."


























