Babyzeichensprache erklärt: „Zeig mir mal den Hasen“
EMSDETTEN Sabine Husken ist die einzige Vermittlerin der „Zwergensprache" im Münsterland. In Hollingen gab sie einen Anfängerkurs in der Babyzeichensprache.
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Fröhlich springt die zweijährige Nike umher und zeigt, was sie vor etwa eineinhalb Jahren von Mama gelernt hat. „Ich erfuhr durch meine Frauenärztin von dieser tollen Möglichkeit, mit meinem Baby zu kommunizieren, bevor es sprechen kann“, erinnert sich die gelernte Ergotherapeutin. „Nach dem ersten Workshop mit intensiver Theorie war ich begeistert, aber auch skeptisch. Ob das wohl funktioniert?“
Überraschende Reaktion
Zuhause angekommen probierte Husken sofort das Gelernte an Nike aus und war verblüfft. Schon nach etwa 14 Tagen zeigte ihr Mädel ein paar Zeichen. Mit zwölf Monaten waren es fast 100. Gleich mit dem ersten, nämlich „trinken,“ bewahrte die Kleine ihre Mama vor einem Fehler.
„Nike signalisierte, trinken zu wollen, obwohl sie an dem Tag schon sehr viel getrunken hatte. Ohne ihre eindeutige Bitte wäre ich darauf nicht gekommen und hätte falsch reagiert“, so die dreifache Mutter, die jetzt Wissen und Erfahrung in Workshops oder Kursen vermittelt.
Babyzeichensprach direkt anwenden
In dreistündigen Anfänger-Workshops lehrt Husken Eltern von Babys ab sechs Monaten oder anderen Interessenten die nötige Theorie, die dann Zuhause angewendet wird. Alternativ bietet sie Anfänger-Kurse an. Diese umfassen zwölfmal je eine Stunde. Hier bringen die Teilnehmer ihre Kids mit, wenden die Babyzeichensprache direkt an, wiederholen schon Gelerntes, tauschen ihre Erfahrungen aus und spielen gemeinsam oder singen.
Über 400 Zeichen
Insgesamt gibt es in der von Vivian König entwickelten und in Deutschland eingeführten Zwergensprache über 400 Zeichen, die aus der deutschen Gebärdensprache abgeleitet und für die kleinen Händchen vereinfacht wurden. „Aber nur wenige Kinder nutzen alle.“
Susanne Flothmann aus Wettringen, eine der Teilnehmerinnen des jüngsten Kurses, ist vom Nutzen der Zwergensprache überzeugt. Schon bevor sie ihren Simon hatte, stand für sie fest, dass die Babyzeichensprache zu den Angeboten für ihren Junior gehören würde.
Kommunikation unterstützen
Dazu trug ein Erlebnis bei, das sie noch heute beeindruckt: „Das Kind von Freunden lag in seinem Bettchen, als vor dem Haus ein Motorrad gestartet wurde. Erschreckt, aber ohne zu weinen, hob das knapp einjährige Mädchen beide Hände mit der Innenfläche nach oben an: „Was ist das?“
Ihr Papa verstand das Problem und erklärte die Ursache für das Geräusch. Alles war wieder gut.“ Simons Zeichen sind zwar noch nicht so ausgeprägt, aber man sieht, dass er seine Mama etwas versteht. „Bereits das unterstützt unsere Kommunikation und vermeidet manchen Stress.“




















