Gymnasium Martinum: Chaos auf dem Stundenplan
EMSDETTTEN Erstmals und mit Beginn dieses Schuljahres hat das Gymnasium Martinum mit einem Doppeljahrgang in der Oberstufe zu tun – bestehend aus dem ersten G8-Jahrgang und der eigentlichen Stufe 11. Die Theorie ist simpel, in der Praxis hakt es aber. Denn das Martinum hat mit Startschwierigkeiten zu kämpfen.
Zum Haare raufen: Nicht für jeden Schüler waren die individuellen Stundenpläne gleich verständlich. (Foto: dpa)
Koops sieht im gemeinsamen Unterricht große Vorteile: „Die Schüler werden schon früh in gleicher Weise aufs Abitur vorbereitet. Denn im Abitur selbst interessiert es nicht, ob es sich um einen G8-Schüler handelt oder nicht. Zudem können wir so die Kurse, die wir einrichten, effektiver auslasten.“
Großer Aufwand
Das führt dazu, dass die Stufe 11 nicht wie sonst üblich aus etwa 100 Schülern besteht – sondern aus 230! „Der logistische Aufwand ist groß“, weiß Koops. So groß, dass es zu Beginn dieser Woche zu Problemen kam. Die für jeden Schüler individuell gestalteten Stundenpläne waren in einigen Fällen nicht klar verständlich. „So mussten die Schüler stets auf den großen Gesamtplan schauen, um sich zurechtzufinden“, erklärt Koops.
Um die vielen Schüler und die zahlreichen Kurse unter einen Hut zu bekommen, operiert das Martinum mit so genannten a- und b-Wochen. „Die früheren Einzelstunden finden nun nämlich doppelstündig, dafür aber nur noch alle 14 Tage statt“, sagt Koops. Die Information, welcher Schüler sich wann in welcher Woche befindet, vermittelte der individuelle Stundenplan zunächst aber nicht.
Schulleitung druckt neue Pläne
Die Folge: Einige Schüler standen am Montag vor verschlossenen Räumen, warteten vergeblich auf Lehrkraft und Unterricht. Die Schulleitung reagierte, druckte für die betroffenen Schüler neue Pläne. „Jetzt sollten wir es im Griff haben“, glaubt Koops, der um Verständnis bittet: „Das läuft heutzutage alles über die Software. Und so ein Fehler steht nun einmal nicht im Handbuch, denn für die G8-Schüler gibt es noch keine Erfahrungswerte.“
Die explosionsartige Vergrößerung der Stufe 11 brachte aber ein weiteres Problem mit sich: Denn es werden auch doppelt so viele Lehrbücher wie gewohnt benötigt. Dabei musste Koops aber auch an die Zukunft denken. Denn die Zeit der Doppeljahrgänge ist in drei Jahren vorbei, ab 2013 sind die G8-Stufen konkurrenzlos. Heißt auch, dass ab 2013 wieder eine geringere Anzahl von Büchern notwendig ist.
Bücher werden geteilt
So entschied sich das Martinum, die vorhandenen Bücher mehreren Kursen zur Verfügung zu stellen. „Im ersten Halbjahr arbeitet der eine, im zweiten Halbjahr der andere Kurs mit dem Buch. Die Lehrinhalte werden dementsprechend angepasst“, erklärt Koops, der sicher ist: „Im nächsten Jahr haben wir es einfacher. Dann wissen wir, welche Probleme entstehen können.“














