Faustlos: Damit Kinder sich sicher fühlen
EMSDETTEN Sie kleben bereits in zahlreichen Fenstern, die Faustlos-Logos. Damit signalisieren die Geschäfte, dass ihre Türen offen stehen - für Kinder, die in Not sind.
Dieser Faustlos-Aufkleber ist jetzt in vielen Emsdettener Schulen und Geschäften zu finden. Er zeigt: Hier sind Kinder sicher, hier finden sie Zuflucht. (Foto: Heidrun Riese)
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Dass im Januar zwei Jugendliche am Katthagen, mitten in Emsdetten, grundlos angegriffen wurden und niemand eingreifen wollte, war für Hans-Jürgen Jesse, der das Faustlos-Projekt in Emsdetten ins Leben gerufen hat, Grund genug zu handeln. "Weil Gewalt keine Lösung ist", wie das Motto der Initiative besagt, mit deren Hilfe Kinder und Jugendliche den richtigen Umgang mit Ärger und Wut erlernen sollen.
Orte der Zuflucht
Schon länger hatte Jesse die Idee, für Kinder und Jugendliche in gefährlichen Situationen Orte der Zuflucht schaffen. Nach dem Vorfall hat er sich sofort an die Arbeit gemacht und mit Hilfe der Standortgemeinschaft "Emsig", die ihre Mitglieder anschrieb, schon zu vielen Geschäftsleuten Kontakt aufgenommen.
Jetzt gibt es die ersten Ergebnisse: Zahlreiche Geschäfte in Emsdetten haben das Logo in ihren Schaufenstern oder an ihren Eingangstüren angebracht. Gut sichtbar, damit Kinder sofort erkennen, dass sie an diesem Ort sicher sind. Über mangelndes Interesse kann Jesse sich alles andere als beklagen. "Schon fast alle machen mit", freut er sich und betont: "Wir sind noch dabei, die Geschäfte abzulaufen. Es werden also noch einige dazu kommen. Wir gehen in alle Geschäfte und fragen, ob sie mitmachen wollen." Übrigens: Auch die Emsdettener Volkszeitung beteiligt sich an dem Projekt, bietet Kindern in Not einen Ort der Sicherheit.
Hilfe bieten
Überall, wo die Faustlos-Logos zu sehen sind - ob in Kindergärten und Grundschulen, Geschäften oder Unternehmen - finden Kinder einen Ansprechpartner. Damit der auch wirklich helfen kann, gibt Faustlos neben dem etwa 17 mal 17 Zentimeter großen Logo auch eine Leitlinie aus. Darin steht, was zu tun ist, wenn ein Kind in Not ins Geschäft kommt. Ganz wichtig ist zum Beispiel, besagt die Leitlinie, dass ein Kind in einer Schock-Situation etwas zu trinken bekommt, dass die Eltern verständigt werden, dass es beruhigt wird und weiß: "Du bist hier gut aufgehoben!"
Das Projekt Faustlos wurde vom Heidelberger Präventionszentrum entwickelt. In Emsdetten machte es sich durch eine Initiative der Spitzweg-Apotheke einen Namen. Im Herbst 2007 wurde es in der Josefschule eingeführt und bis zu den Osterferien 2008 auf alle Kindergärten und Grundschulen ausgeweitet. Impulskontrolle und der Umgang mit Ärger und Wut werden mit der Faustlos-Methode gefördert. In diesem Jahr soll das Projekt auf die weiterführenden Schulen ausgeweitet werden. Die Käthe-Kollwitz-Schule hat bereits Interesse signalisiert.

















