In der Emsaue: Die Pappeln mussten weg
EMSDETTEN Entlang der Ems wurden in Höhe der Brücke Sinninger Straße Pappeln gefällt, was die Bezirksregierung Münster ausdrücklich begrüßt: Im Zuge der Emsauenrenaturierung seien im vergangenen Jahr über 200 Pappeln entlang des Flusses gefällt worden, weitere 100 sollen in diesem Jahr folgen.
Die Arbeiten hinterlassen ein Bild der Zerstörung (Foto Carl Beike)
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Dorn im Auge
Allerdings nur, wenn es sich um die so genannten Hybridpappeln handelt, die laut Pressestelle der Bezirksregierung auch den Naturschutzgruppen ein Dorn im Auge sein sollen: „Die passen nicht in den Lebensraum Emsaue. Sie werfen viel Laub ab, verschmutzen so stehende Gewässer, haben weiches Holz und gefährden so schneller Passanten, wenn Äste herunterbrechen.“
Freie Entscheidungen
Ihr Verschwinden, vor allem im Emsauenbereich sei unstrittig und erwünscht. Die Landwirte, die Flächen entlang der Ems bewirtschaften, könnten selbst entscheiden, ob sie Pappeln fällen möchten, werden aber dabei von der Bezirksregierung unterstützt, wenn sie diese anfragen. Förster Jan-Dirk Hubbert hat in Emsdetten Besitzer von betroffenen Flächen beraten. Genau wie die Bezirksregierung sieht auch er keine Probleme mit der Abholzung von Hybridpappeln, kann die Aufregung einiger Spaziergänger aber dennoch verstehen. Die fühlten sich offenbar an die Szenen am Diemshoff erinnert, wo vor kurzem zunächst Eichen und Buchen dem Sturm zum Opfer fielen, weitere Bäume dann aus Sicherheitsgründen gefällt werden mussten (wir berichteten).
Künstliche Klone
„Forstwirtschaftliche Maßnahmen sehen immer etwas wüst aus“, weiß er zu berichten, dennoch sei die Abholzung ein normales Vorgehen. Bei anderen Bäumen der Gattung Pappel stünde er dem Vorgehen kritischer gegenüber, aber die Hybridpappeln seien rechtlich unproblematisch. Diese künstlichen Klone stehen anders als die Schwarzpappel nicht unter Naturschutz.
Zukunftsprognosen
Die etwa ein Hektar große Fläche hinter der ehemaligen Gaststätte Bisping-Waldesruh bleibt jedoch nicht kahl. Mithilfe der Bezirksregierung werden Laubbäume wie Eschen, Buchen oder Eichen gepflanzt, die deutlich besser in die Landschaft passen. „In ein paar Jahren sieht man da nichts mehr von.“, erklärte der Forstbeamte.

















