Umfrage zu Auschwitz: Emsdettener Schüler wissen mehr
EMSDETTEN „Auschwitz?“ Während viele Jugendliche ahnungslos vor einer Worthülse stehen, wissen die Schüler der Emsdettener Schulen genau, was in dem Konzentrationslager geschehen ist.
Besucher in Auschwitz. (Foto: dpa)
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Es interessiert
Der Lehrplan sieht eine Beschäftigung mit diesem Thema erst in der zehnten Klasse vor, wie Gabriele Westers, die Geschichte an der Marienschule unterrichtet, weiß. Dennoch kennen sich auch jüngere Schüler bereits mit der Thematik aus. „Das Thema interessiert die Schüler sehr“, erzählt sie. Außerdem würden die Lehrer auch in anderen Fächern immer wieder Bezüge zur deutschen Vergangenheit herstellen.
Im Lehrplan
Auch Günter Pfützenreuter vom Gymnasium Martinum ist sich sicher, dass seine Schüler von der Massenvernichtung wissen. „Die Thematik muss im Unterricht vorkommen, es steht verpflichtend im Lehrplan“, erzählt er und fügt mit Blick auf den gerade zurückliegenden Gedenktag am 27. Januar hinzu: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Schüler hier durchs Gebäude läuft, ohne den Begriff zu kennen.“
Fächerübergreifend
Die Ereignisse rund um den Nationalsozialismus werden offiziell zwar erst im zweiten Halbjahr der neunten Klassen besprochen, dennoch traut er auch jüngeren Schülern zu, mit dem Begriff „Auschwitz“ etwas anfangen zu können. „Das Thema wird in mehreren Fächern aufgegriffen.“ Viele Schüler lesen im Deutschunterricht „Das Tagebuch der Anne Frank“, auch in Musik und Religion werden Bezüge hergestellt. Dennoch weiß Pfützenreuter, dass Jugendliche in anderen Städten deutlich weniger von den Ereignissen wissen. Dies belegt auch eine aktuelle Umfrage des Nachrichtenmagazins „Stern“, die ergab, dass jeder fünfte junge Deutsche nichts mit dem Begriff „Auschwitz“ anfangen kann.
Lehrer einig
Den Lehrern Emsdettens ist wichtig, dass die Schüler sich mit der deutschen Geschichte auskennen, deshalb fährt Westers im Mai mit ihrer Klasse nach Berlin: Dann steht auch ein Halt am Konzentrationslager Sachsenhausen auf dem Programm.
Themenabend
Auch andere Schulen bieten regelmäßig außerschulische Projekte zum Thema Nationalsozialismus an. So haben Lehrer des Gymnasiums Martinum gemeinsam mit Eltern und Schülern kürzlich einen Themenabend veranstaltet.
Diese intensive Aufarbeitung finden auch die Schüler richtig. Neben der Schule beschäftigen sie sich auch privat mit diesem Kapitel der deutschen Vergangenheit. Ein Schüler der Marienschule hat erst vor wenigen Tagen den Film „Schindlers Liste“ gesehen und verfolgt das Thema auch stets in der tagesaktuellen Presse. Eine Schülerin der GSS erzählt: „Wenn ich an Auschwitz denke, fällt mir als erstes die Todesrampe ein.“
Für sie ist völlig klar, dass man sich mit den 1,1 Millionen Toten des Konzentrationslagers beschäftigen muss. Lucas Kock

















