Nach Steinbrücks Kritik: Emsdettens Sparkassen-Chef bekommt weniger als Merkel
EMSDETTEN "Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin." SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück musste sich für seine Äußerung, als Bundeskanzler müsse man mehr Geld bekommen, reichlich Kritik gefallen lassen. Unrecht hat Steinbrück damit aber grundsätzlich nicht.
Emsdettens Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Dr. Peter Eckhardt verdient 266 700 Euro im Jahr. (Foto: Archiv)
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Das "Handelsblatt" veröffentlichte jetzt die Gehälter der Sparkassen-Vorstände in NRW. Das durchschnittliche Einkommen der Vorstandschefs beträgt 318 799 Euro - und liegt somit tatsächlich über dem Gehalt von Angela Merkel. Denn die bekommt inklusive der Bezüge als Abgeordnete des Bundestages knapp 300 000 Euro.
Eckhardts Gehalt: 266 700 Euro
Schaut Steinbrück aber nach Emsdetten, trifft seine Aussage nicht zu. Denn Dr. Peter Eckhardt, Vorstandsvorsitzender der Verbundsparkasse Emsdetten/Ochtrup, erhält weniger als viele seiner NRW-Kollegen. Im Jahresbericht 2011 der Sparkasse wird der Verdienst von Eckhardt mit insgesamt 266 700 Euro angegeben. Der setzt sich zusammen aus 241 700 Euro Grundbetrag, 15 000 Euro Leistungszulage und 10 000 Euro sonstige Vergütung. Die Institute sind gemäß dem in NRW geltenden Transparenzgesetz zur Veröffentlichung verpflichtet, zumindest müssen die Träger der Sparkassen daraufhin wirken.
Topverdiener unter den NRW-Vorständen ist laut "Handelsblatt" Alexander Wüerst von der Kreissparkasse Köln mit 756 000 Euro. Markus Schabel von der Sparkasse Münsterland Ost in Münster belegt mit 593 000 Euro pro Jahr Rang vier in der Auflistung.
Die neue Schulleiterin
Gehälter, von denen andere Entscheidungsträger in Emsdetten nur träumen können. Bürgermeister Georg Moenikes liegt in der so genannten Besoldungsklasse B 5. Sein Jahresgehalt beträgt ca. 92 000 Euro.
Davon ist Anne Jürgens zwar ein Stück entfernt. Doch seitdem sie als Oberstudiendirektorin das Gymnasium Martinum leitet, wird sie von ihrem Arbeitgeber - der Bezirksregierung Münster - nach Besoldungsklasse A 16 bezahlt. Geschätzter Jahresverdienst: 60 000 Euro.
Zum Vergleich: Mit nicht einmal ein Viertel dieses Betrages muss eine ausgebildete Friseurin rechnen. Ihr durchschnittlicher Verdienst im Kreis Steinfurt liegt bei monatlich 1100 Euro - also nur gut 13 000 Euro im Jahr. Vielleicht denkt Peer Steinbrück ja auch mal darüber nach.




















