Zahnunfall am ersten Schultag: Jill kann wieder lachen
EMSDETTEN Jill Nöring hatte sich so sehr auf den Sportunterricht gefreut. Doch dann der Schreck am ersten Schultag: Ein strammer Schuss knallt der Neunjährigen direkt von unten auf die Zähne. Der linke Schneidezahn bricht etwa in der Mitte ab.
Das Lachen ist zurück - Jill Nöring freut's. (Foto: Peter Beutgen)
Sie grinst einfach gern. Jill, Schülerin der 4. Klasse in der Josefschule, ist ein fröhliches Kind. Umso wichtiger, dass ihr strahlendes Lächeln erhalten bleibt. Sie hatte das Glück, auf einen Lehrer zu treffen, der sich mitten in der Aufregung des Schulunfalls daran erinnerte, wie schnelles Handeln bei Zahnunfällen die Folgen gering hält.
Klassenlehrer Michael Schmitz kümmerte sich um Jill. Nachdem Jill deutlich gemacht hatte, dass ein Schneidezahn angeschlagen ist, suchte er sofort nach dem Bruchstück. Und Schmitz erinnerte sich an eine kleine Dose, die im Kühlschrank des Lehrerzimmers steht.
Sofort an eine Dose gedacht
Im „Dento-Safe“ ruht eine Nährlösung, die Zähne und Bruchstücke der Kauwerkzeuge bis zur weiteren Behandlung frisch hält. „Ich weiß auch nicht, wann mir die Dose das letzte Mal aufgefallen ist“, erzählt er, „aber irgendwie habe ich sofort daran gedacht.“ Er stellte die Aufsicht in der Turnhalle sicher und sprintete zum Aufenthaltsraum der Lehrerschaft.
Zurück zwischen Barren und Ringen hob er das Bruchstück vorsichtig auf und legte es in die Zahndose. Jills Oma fuhr mit ihrer Enkelin direkt zu Dr. Andreas Waßmann, der das schräg aber mit sauberer Bruchkante abgeschlagene Stück wieder anklebte. Als Jills Mutter nach Hause kam, konnte die Neunjährige schon wieder grinsen. Von der Verletzung war auf den ersten Blick nichts zu sehen.
Glas H-Milch geht auch
Jill hatte großes Glück, dass ihr Sportlehrer ganz genau wusste, was zu tun war. „Zähne und Zahnteile dürfen nicht austrocknen“, erläutert Dr. Waßmann den Kern der Sache. Wenn kein „Dento-Safe“ zur Hand ist, reicht auch ein Glas mit H-Milch oder isotoner Kochsalzlösung, damit der Zahn die Zeit zur Behandlung schadlos übersteht. Notfalls kann der Verletzte den losen Zahn sogar unter der Zunge transportieren. Alles besser, als ihn zu desinfizieren, in normales Wasser oder Alkohol zu legen. Bruchstücke und Zähne werden dadurch für die weitere Behandlung unbrauchbar.
Bleibt ein kompletter Zahn auf der Strecke, sollte er nur von oben angefasst werden, damit die Wurzel keinen Schaden nimmt, rät Dr. Waßmann.














