Schulstruktur: Politik will zwei Gemeinschaftsschulen an drei Standorten
EMSDETTEN Großes Durcheinander, teilweise gar Ratlosigkeit, herrschte am Dienstagabend in der Diskussion um die künftige Schulstruktur Emsdettens im Schulausschuss. Immerhin: Letztlich lag (fast) ein Konsens vor. Mit dem Vorschlag, zwei Gemeinschaftsschulen einrichten zu wollen, gehen Politik und Verwaltung in die für den Antrag notwendige Elternbefragung.
Die Geschwister-Scholl- soll gemeinsam mit der Marienschule zu einer Gemeinschaftsschule an zwei Standorten umgewandelt werden. Jetzt stehen erst einmal alle Ampeln auf Gelb. (Foto: Jens Keblat)
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Der Weg zu dieser Entscheidung war steinig. Denn als Fachdienstleiter Rainer Westers einen Beschlussvorschlag mit der Umwandlung der Geschwister-Scholl- und der Marienschule zu einer Gemeinschaftsschule an zwei Standorten und einer gemeinsamen Oberstufe präsentierte, staunten nicht nur die Ausschuss-Mitglieder. Schließlich hatten CDU, SPD und Grüne noch am Vorabend (22.16 Uhr!) einen gemeinsamen Antrag eingereicht. Eben dieser sah entgegen des Vorschlags von Westers eine Beteiligung der Käthe-Kollwitz-Schule vor - zunächst wie gehabt als Halbtags-, aber auch als Gemeinschaftsschule. Das Problem: Eine Gemeinschaftsschule muss als Ganztagsschule geführt werden. Das Dilemma war perfekt, die Diskussion zwischen Politik und Verwaltung eröffnet.
Größere Erfolgsaussichten
Denn nach Vorstellung der Verwaltung sollte die "Käthe" so lange eine Halbtags-Realschule bleiben, wie dies dem Elternwille entspreche. "Zudem hat ein Antrag mit nur einer Gemeinschaftsschule sicher größere Erfolgsaussichten, genehmigt zu werden", betonte Westers. Sichtlich resigniert ob des überraschenden Beschlussvorschlags schien Matthias Cieslak (CDU) trotzdem bereit, diesem zuzustimmen: "Denn wir wollen das Angebot der Halbtagsschule nicht zerstören." Die SPD sah die Konzeptgruppe Schulstruktur schlecht informiert (Lothar Slon: "Das ist ein Witz"). Albert Lüttmann (Grüne) wollte aber "nicht abrücken" vom gemeinsamen Antrag, auch wenn Westers ein enormes Risiko sah: "Denn für die Einrichtung von zwei Gemeinschaftsschulen bräuchten wir eine hundertprozentige Zustimmung der Eltern." Das zweite Problem: Christian Erfling (CDU) ist überzeugt, eine Gemeinschaftsschule müsse das zum Beispiel von der "Käthe" angebotene integrative Konzept aufgeben. Eine offene Frage, die nicht geklärt werden konnte.
Der weitgehendste Vorschlag
Die Folge: Eine Pause, intensive Beratungen. CDU, SPD und Grüne blieben bei ihrem Antrag, strichen den Satz, die Käthe-Kollwitz- könne eine Halbtagsschule bleiben. Der Vorschlag: Geschwister-Scholl- und Marienschule werden eine Gemeinschaftsschule an zwei Standorten, die Käthe-Kollwitz-Schule eine weitere eigenständige Gemeinschaftsschule. Beide Gemeinschaftsschulen erhalten eine gemeinsame Oberstufe mit gymnasialen Standards. "Mit diesem weitgehendsten Vorschlag gehen wir in die Elternbefragung. Dann sehen wir, was gewünscht ist", erklärte Lüttmann. Im Rahmen der Befragung dürfen die Eltern aller Grundschüler abstimmen, die Frage der integrativen Arbeit der "Käthe" soll geklärt werden. Einzig die Emsdettener Liste stimmte dagegen, die FDP enthielt sich.















