Amtsgericht: Randalierender Rentner in allen Anklagepunkten schuldig
EMSDETTEN Bühnenreif war der Auftritt eines 66-jährigen Rentners aus Emsdetten am Dienstag vor dem Amtsgericht in Rheine. Vorsätzliche Körperverletzung, Beleidigung, versuchte Nötigung und Störung des öffentlichen Friedens warf ihm die Staatsanwaltschaft vor.
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Laut Anklage soll der 66-Jährige in der Nacht des 1. Mai im Marien-Krankenhaus mit einem Messer randaliert haben. Der Arzt rief die Polizei. Als diese erschien, beleidigte er sie als „Nazi-Schweine“ und „doofe, korrupte Beamte“. Sie schickten den Mann mit einem Taxi nach Hause.
Gespielte Todesstarre
Kurze Zeit später rief seine Lebensgefährtin die Polizei. Die Beamten brachten ihn nach Rheine in die Ausnüchterungszelle. „Ich war gar nicht betrunken,“ wehrte sich der Angeklagte vor Gericht. Jemand habe ihm auf den Hinterkopf geschlagen. Als „gespielte Todesstarre“ bezeichnete die Lebensgefährtin seinen Zustand. „Der wollte der Polizei klar machen, dass ich ihn misshandelt hätte,“ sagte sie. Tatsächlich habe er ihr mit der Hand ins Gesicht geschlagen.
Am 28. Mai kreuzte der Angeklagte im Jugendamt in Emsdetten auf, um eine „Kindergefährdungs-Meldung“ zu machen. Sein älterer Sohn nehme Drogen, der Jüngere habe eine Verletzung, die er auf Schläge der Mutter zurückführe.
Mitarbeiter des Jugendamtes als Zeuge
Der Mitarbeiter vom Jugendamt sagte vor Gericht als Zeuge aus. Bei seinem Anblick schrie der Angeklagte: „Ich habe mit einem Kleinen mit Glatze gesprochen.“ Viele seiner sieben Vorstrafen liegen lange zurück. Das kam dem Angeklagten zu Gute.



















