Zwickauer Neonazi-Trio: SPD-Ortsverein steht auf rechter Terrorliste
EMSDETTEN Überbewerten will Harald Lude es nicht, dennoch ist dem SPD-Vorsitzenden der Schock in die Glieder gefahren, als er den Brief von der Kripo geöffnet hatte: Die rechtsextreme Zwickauer NSU hatte offenbar auch die Emsdettener SPD ins Visier genommen.
SPD-Ortsvereinsvorsitzender Harald Lude erhielt den Brief von der Kripo. (Foto: Archiv)
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Der Name des SPD-Ortsvereins fand sich auf einer der so genannten Terrorlisten, die die Polizei bei ihren Ermittlungen im Umfeld des mordverdächtigen Neonazi-Trios gefunden hat.
Verbindung zu Hemker
Insgesamt rund 40 Adressen aus dem Kreis Steinfurt sind laut Medienberichten auf den Listen vermerkt, dazu die Namen einiger prominenter Politiker wie der des münsterschen CDU-Abgeordneten Ruprecht Polenz oder der des ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten für den Emsdettener Wahlkreis, Reinhold Hemker. Das Engagement von Hemker für Integration und soziale Gerechtigkeit könnte auch Motivation für die rechtsextreme Terrorgruppe gewesen sein, den Emsdettener Ortsverein mit aufzuführen. Denn dort ist Hemker Mitglied, hier hielt und hält er sich oft auf.
Keine konkrete Pläne
Das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf betonte allerdings gegenüber der Emsdettener Volkszeitung, dass es keinerlei konkrete Anschlagspläne gebe. Notiert wurden laut LKA-Sprecher Frank Scheulen auf den Listen Adressen von Partei- und Bürgerbüros "aller im Landtag vertretenen Parteien, von Kulturvereinen und anderen Organisationen". Nach Informationen der EV aus Emsdetten aber nur die des SPD-Ortsvereins.
Daten aus öffentlichen Quellen
Zu welchem Zweck die Listen von den Neonazis erstellt worden sind, ist unklar, die Ermittlungen liegen in den Händen des Generalbundesanwalts. Fest stehe laut Scheulen aber, dass es sich nicht um die Ergebnisse konkreter Observationen handelt, sondern um Daten, die aus öffentlich zugänglichen Quellen, etwa elektronischen Telefonbüchern oder Internetseiten, zusammengetragen wurden.
Alte Daten
Viele der Daten sind zudem "deutlich älter als fünf Jahre" - auch deshalb wollen Insider sie nicht zu hoch bewerten. "Allerdings sind wir gebeten worden, die Augen offen zu halten", erzählt Harald Lude. Das habe bei ihm schon eine große Besorgnis hervorgerufen: "Wenn man plötzlich selbst Gegenstand in dieser Nazi-Szene wird, wenn man - wenn auch nur nachrangig - auf Listen dieser Verbrecher auftaucht, da wird einem schon anders."















