Die Schulstruktur: Sekundarschule oder Gesamtschule?
EMSDETTEN Emsdettens Schulstruktur der Zukunft hat noch keine Struktur. Hier muss die Politik direkt nach den Ferien ihre Hausaufgaben machen. Sekundarschule oder Gesamtschule, das ist hier die Frage. Und da haben die Eltern ein Wörtchen mitzureden.
Weiterhin ist unklar, in welchen Schulformen der Emsdettener Nachwuchs in Zukunft lernen wird. (Foto: Jens Keblat)
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Was Eltern in Emsdetten über die Zukunft der Schulformen denken, was sie von der Gesamtschule oder einer Sekundarschule halten, ob sie ganz andere Wünsche haben, was die Schulstruktur der Zukunft betrifft, das will die Verwaltung vor der nächsten Schulausschusssitzung Anfang September nicht abfragen.
Gar keinen Sinn
"Die findet ja bereits Anfang September statt, dann sind ja mal gerade die Ferien beendet. Es würde gar keinen Sinn machen, jetzt Eltern mitten in den Ferien zu befragen", sagte Margit Richters vom Team Öffentlichkeitsarbeit und erklärte auf Nachfrage, das niemand zurzeit sagen könne, wie es weiter geht an den Emsdettener Schulen: "Der Bürgermeister sagte, wir befinden uns in einer Art rechtsfreiem Raum." Man müsse darauf warten, bis das neue Schulgesetz NRW schriftlich vorliegt, um daraus weitere Schritte ableiten zu können. "Es heißt bei den Fachleuten in unserem Haus, dass aus Düsseldorf zu hören sei, Schulversuche sollen in Zukunft nicht mehr zulässig sein", mutmaßte die Pressesprecherin, was das juristisch verkündete Aus für die Gemeinschaftsschule besiegeln würde, die ursprünglich in dem Emsdettener Schulkompromiss favorisierst worden war.
Wartestellung
Die Parteien im Stadtrat haben die Wartestellung eingenommen, geben sich grundsätzlich offen für den Elternwillen und Alternativen. Dr. Thomas Kock meinte als SPD-Fraktionsvorsitzender auf EV-Nachfrage, dass für ihn der Wunsch der Eltern entscheidend sei: "Bitteschön - und wollen die meisten eine Gesamtschule, dann müssen wir darüber reden. Natürlich immer vor dem Hintergrund, dass die Oberstufe des Gymnasiums in Emsdetten nicht gefährdet wird." Das müsse sichergestellt sein, was aber auch eine Aufgabe des Martinums selber sei: "Wenn zum Beispiel viele Schüler und Eltern G 9 bevorzugen, also ein Abi nach 13 Jahren, dann bietet sich doch momentan nur die Gesamtschule an."
Kooperation nötig
Die unterscheidet sich gar nicht so stark von einer Sekundarschule, abgesehen davon, dass die gar keine Oberstufe anbietet. Deshalb müsste dann mit einer weiterführenden Schule eine Kooperation eingegangen werden, um den Bedarf von Sekundar- und Realschülern nach der Klasse 10 abdecken zu können. Die Oberstufe muss ausreichend gesicherte Plätze in attraktiver Nähe bereit halten.
Knackpunkt
Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Matthias Cieslak ist die Oberstufenlösung für Emsdetten der entscheidende Knackpunkt, bevor die gesamte Schulstruktur für die Zukunft auszurichten ist. Attraktiv müsse das Ergebnis sein. Seine Fraktion sei offen für jede Lösung. "Die CDU im Land und wir haben unseren Frieden gemacht mit der Gesamtschule."
Wurden Vertreter der Partei "Die Linke" niemals müde, in den vergangenen Monaten nachhaltig eine Gesamtschule für Emsdetten einzufordern, so haben sich die Grünen noch nicht festgelegt: "Aber wir haben Randbedingungen. Wir wollen eine Schule für alle als Ganztagsschule, die ein längeres gemeinsames Lernen ermöglicht. Das kann nur hilfreich sein", meinte Grünen-Ratsherr Christian Sorge gegenüber der EV, der wusste, dass die Gesamtschule in den eigenen Reihen nicht unumstritten ist: "Sie wäre letztlich eine Option. Man muss sehen, ob sie umsetzbar ist neben einem Gymnasium." Über allem schwebt für Christian Sorge die Elternbefragung, die für ihn entscheidend sei. Die müsse klar und deutlich erfolgen, ohne unterschwellig eine Richtung vorzugeben.
"Alles schwimmt"
Ingeborg Krüper (FDP) ist, wie sie gesteht, eigentlich keine Anhängerin der Gesamtschule: "Zunächst schwimmt ja noch alles. Für uns ist und bleibt die große Frage, was aus der Käthe-Kollwitz-Schule wird. Ziel muss es sein, so viele Schüler wie möglich hier zu halten." Auch die FDP-Frau ist auf den Elternwillen gespannt: Man könne ideologisch an dem einen oder anderen System festhalten oder es ablehnen, die Praxis sehe ja doch anders aus.
Viele weitere Berichte zum Thema Schulstruktur in der Samstagsausgabe der Emsdettener Volkszeitung.















