Ölpest im Golf von Mexiko: TWE könnte helfen, BP zögert noch
EMSDETTEN Jörg Ortmeier ist wütend. Nicht etwa darüber, dass sich BP womöglich nicht für die Technologie des Emsdettener Unternehmens TWE entscheidet. Vielmehr ärgert ihn, dass sich im Vorfeld keiner der Entscheidungsträger Gedanken über eine Öl-Katastrophe gemacht habe. Seine Firma hat eine möglicherweise die Lösung für die Ölverschmutzungen.
Verblüffend einfach: Der Vliesteppich saugt das Öl auf und hinterlässt einen weißen Traumstrand. (Foto: prf)
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Die Tests des neuen Vliesstoffes Oilskill seien erfolgreich abgeschlossen worden. „Oilskill hat an der Küste des Golfs von Mexiko in Alabama gezeigt, dass es alle Arten des Öls absorbiert, die bei einer solchen Katastrophe auftreten“, erklärt Sprecherin Barbara Schädler.
Öl wie Löschpapier aufgesaugt
Das fünf Meter breite und 150 Meter lange Vlies wird mit dicken Nägeln auf den Strand befestigt. „Dort, wo die Wellen auf die Küste treffen“, erklärt Barbara Schädler. Kommt ein Ölteppich, ist der Effekt zu beobachten: Wasser perlt ab, das Öl wird, wie bei einem Löschpapier, aufgesaugt.
BP-Vertreter hatten sich davon in einem Schweizer Testlabor selbst ein Bild gemacht. Jetzt teilten sie der TWE-Führung mit, dass Oilskill eine von 300 aus 120 000 vorgeschlagenen Technologien sei, die nun intensiv geprüft werde. Das freut Barbara Schädler zwar. Dennoch sagt sie: „BP ist nicht mehr unsere höchste Priorität. Die Prüfung unserer Produkteinheit geschieht erst in neun Wochen, nachdem sie bei BP eingereicht worden war.“
500 Millionen Dollar für Präventionsforschung
„Der Schutz der Küsten und Tiere muss im Vorfeld präventiv erfolgen“, fordern die Unternehmen jetzt und begrüßen die Ankündigung des Öl-Konzerns, 500 Millionen Dollar für die entsprechende Forschung zur Verfügung zu stellen. TWE und die Schweizer Mitstreiter entwickelten ihre Technologie unterdessen weiter. Mittlerweile stehen Produkte für die Reinigung von Tieren, Schiffen und Felsen zur Verfügung. Zudem nahmen sie Kontakt zu anderen potenziellen Kunden – Staaten und Firmen – auf.
Erste Erfolge seien bereits zu verbuchen. Wann sich BP entscheiden werde, sei indes nicht sicher. „Das ist nicht absehbar“, glaubt Barbara Schädler. Zumal der Konzern verlauten ließ, dass dem Schutz der Küsten derzeit keine Priorität eingeräumt werde.















