Förderung gekürzt: Verheyen sieht das Ende des Solar-Booms - Sorgen bei Feldhaus
EMSDETTEN Eine Entscheidung der Bundesregierung wirft bereits jetzt einen langen Schatten auf den kommenden Sommer: Ab dem 1. Juli wird die Förderung von Solarenergie bei Neuanlagen auf Dächern um 16 Prozent – bei Freiflächen um 15 Prozent gekürzt. Großanlagen auf Ackerflächen sollen gar nicht mehr gefördert werden. Das stellt die lokale Solarbranche vor Schwierigkeiten.
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Feldhaus liefert unter anderem Solaranlagenm produziert sogar Teile der Module selbst. Aber vor einer möglichen Ebbe in der Auftragslage ab dem 30. Juni hat Feldhaus aktuell mit der Flut zu kämpfen. „Ganz Deutschland versucht jetzt, sich noch schnell eine Solaranlage aufs Dach zu bauen“, sagt der Firmenchef. Sprich: Die Auftragsbücher sind voll. So voll, dass „wir Probleme haben, die Aufträge zu erfüllen, weil das Material knapp wird. Auch Zulieferfirmen stöhnen“, erklärt Feldhaus.
"Wir sind bis zum 30. Juni total ausgebucht"
Genauso geht es Elektro Elfrich: „Wir haben kein Modul mehr zur Verfügung, sind bis zum 30. Juni total ausgebucht“, weiß Geschäftsführer Herbert Sasse-Middelhoff. Weil Elektro Elfrich vorwiegend Privathaushalte beliefert, sieht Sasse-Middelhoff einem möglichen Einbruch der Auftragslage recht entlassen entgegen: „Die Eigenverbrauchsvergütung – also Kunden, die den Strom nicht einspeisen, sondern selbst nutzen – soll ja angehoben werden, daher treffen uns die Kürzungen nicht so stark.“ Ganz anders Manfred Feldhaus, dessen Firma vorwiegend Großkunden beliefert: „Ich fürchte, dass es ab dem 1. Juli einen Einbruch geben wird.“
Thomas Verheyen, Umweltschutzbeauftragter der Stadt Emsdetten, sieht in dieser Frage auch die Produzenten in der Verantwortung: „Da ist deren Kreativität gefragt – die Reduzierung der Subventionen durch eine Reduzierung der Kosten für ein Solar-Modul auszugleichen.“ Ein Ende des Solar-Booms fände Verheyen jedenfalls „sehr bedauerlich“.
Die Stadt richtete ein Baugebiet extra darauf aus
Im Neubaugebiet Lerchenfeld hat die Stadt extra darauf geachtet, die Dächer nach Süden auszurichten, um eine optimale Nutzung der Sonnenenergie zu ermöglichen. „Wir haben die Voraussetzungen geschaffen. Die Frage ist, wie die Haushalte auf die neue Gesetzeslage reagieren“, sagt Verheyen.
Klar ist: Die Sonne wird auch dem 30. Juni scheinen. Aber: Wie viele werden ihre Kraft dann noch nutzen?
Warum Gregor Mersmann, Vorstandsmitglied der Verbund-Sparkasse, den Solarmarkt nicht vor dem Ende sieht, erklärt er in einem Kurzinterview. Das lesen Sie in der Emsdettener Volkszeitung von Dienstag, 9. März 2010.



















