Feuerwehr baut Dämme: Wasser bedroht Villa am Mühlenbach und den Mariengarten
EMSDETTEN "So etwas habe ich noch nicht erlebt", schüttelt Dieter Rengers in einer Atempause den Kopf – und blickt mit sorgenvoller Miene auf den Mühlenbach, der immer weiter ansteigt.
Feuwerwehr und Bauhof haben am Freitagmittag den Mariengarten mit einem Damm ab.
In der Nacht noch war der Pegel gesunken – die Erleichterung war aber nur von kurzer Dauer: In Höhe Getränke Tecklenborg war ein Damm gebrochen, das Wasser auf eine Wiese gelaufen. Gegen 8 Uhr allerdings war die Wiese voll gelaufen – der Pegel des Mühlenbaches stieg daraufhin rasant an.
Pumpwasser läuft in Mühlenbach
„1600 Einsatzkräfte pumpen gerade den halben Kreis Steinfurt leer“, sagt Rengers. In Nordwalde, weiß sein Stellvertreter Willi Kemper pumpt ein Feuerwehr Großaufgebot die Wassermassen mit 20 000 Litern pro Minute ab – in den Mühlenbach.
Genau das hat für die Verschärfung der Lage in Emsdetten geführt, denn der Mühlenbach muss zusätzlich zum Regenwasser und dem Wasser aus den zahlreichen kleinen Nebenbächen auch die Pumpmengen aufnehmen. In der Innenstadt ist das sonst so friedlich plätscherndes Flüsschen ein reißender Bach. "Wahnsinn“, sagt Dieter Rengers und blickt auf die braunen Wassermassen.
Schnell konzentriert sich die Feuerwehr auf zwei Einsatzschwerpunkte: Im Mariengarten wird seit dem Morgen das Wasser vom Mühlenbach auf die Straße gedrückt, auf dem kleinen Wendehammer entsteht ein See. Um die Häuser zu schützen, legt die Feuerwehr Rohrleitungen, pumpt das Wasser in die Gullys in der höher gelegenen Marienstraße.
Mit vereinten Kräften
Dramatisch entwickelt sich gegen 9 Uhr die Lage in Höhe des Aldi-Marktes am Hagenkamp: Hier sucht sich der Mühlenbach seinen Weg, überflutet einen Garten im Endken. Das Wasser steht beinahe bis an die Hauswand, bedroht die schicke Villa. „Das gibt´s doch gar nicht“, sagt Rengers.
Mit vereinten Kräften befüllen die Feuerwehrleute Sandsäcke, die Firma Wolters rückt dafür mit großen LKW voller Sand und schwerem Gerät an. Die Feuerwehr verlegt lange Stoffbahnen, die eilig aus den Schmitz-Werken besorgt wurden, am Wasserrand.
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Damm stabilisiert
Zwei Stunden später steht fest: Der Plan geht auf, der Damm hält den Wassermassen stand. Die Dame des Hauses atmet erleichtert durch und verteilt belegte Brötchen an die Helfer, die sich nach geschaffter Arbeit eine Pause gönnen. Erleichtert ist auch Gerd Limbrock, der zur Einsatzstelle geeilt ist. „Wir haben den Bau seinerzeit einen Meter über der Marke für das hundertjährige Hochwasser geplant“, erzählt der Architekt. „Die ist längst schon überschritten.“
Am Mittag ist die Lage stabil, aber nicht entspannt. Denn jetzt wird´s am Mariengarten eng. Das Wasser steigt noch immer, drückt mit aller Kraft aus dem Mühlenbach durch die Kanalisation auf die Straßen. Die vier Pumpen laufen im Dauereinsatz. „Mindestens bis Samstag“, sagt Dieter Rengers.
Anwohner in Sorge
Das Wasser hat die hölzerne Brücke mittlerweile erreicht, unterstützt vom Bauhof und den Kollegen aus Neuenkirchen agieren die Emsdettener Wehrleute auch hier. Der Fußgängerweg zwischen Albert-Haverkamp-Weg und Mariengarten wird mit einem Damm gesichert. Die Anwohner beäugen das Szenario mit Sorge. Wenn der Mühlenbach hier über die Ufer tritt – hoffentlich hält der Damm.














