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Patengeld
Wie Kaufbeuren Familien fördert und damit Erfolg feiert
Von Christian Busch am 8. Februar 2010 15:14 Uhr
EMSDETTEN Die bunte Mehrheit aus SPD, Grünen, FDP und Emsdettener Liste will das Patengeld und die Kinderzimmerzulage abschaffen, um sie durch ein abgespecktes und eher zielgerichtetes Programm zu ersetzen. Im bayerischen Kaufbeuren kann man darüber nur den Kopf schütteln. Dort läuft nämlich ein ähnliches Projekt - und zwar mit großem Erfolg.
Hausbau
Hausbauer in Kaufbeuren werden kräftig finanziell gefördert - und dort wird das als Erfolgsmodell gefeiert.
Im Jahr 2006 hat die 42.000-Einwohner-Stadt südwestlich von München ein kommunales Wohnbauförderprogramm ähnlich der Kinderzimmerzulage aufgelegt: Wer aus einer anderen Stadt nach Kaufbeuren zieht und dort baut, bekommt von der Stadt 5000 Euro, dieselbe Förderung gibt's für Kaufbeurer Bürger, wenn sie sich ein städtisches Grundstück zulegen.

Die Förderung ist für alle Bürger gleich, die Einkommensobergrenzen sind weit gefasst: „80.000 Euro Jahreseinkommen bei einem Kind, 100.000 Euro bei drei Kindern“, erzählt Wirtschaftsförderer Peter Igel, da falle „auch der Chefarzt drunter“.

Kaufbeuren wollte ein Alleinstellungsmerkmal...

Zwar werde in Kaufbeuren auch viel für Bildung, für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie getan, erklärt Peter Igel, „aber Krippenplätze ausbauen, das macht jeder.“ Kaufbeuren habe sich daher zum Ziel gesetzt, ein Alleinstellungsmerkmal in der Region zu schaffen, der Überalterung der Gesellschaft mit einem Anreiz für junge Familien kreativ zu begegnen.

Mit Erfolg, wie der Wirtschaftsförderer der Stadt unterstreicht: Das zunächst auf drei Jahre befristete Programm wurde mit großem politischen Konsens verlängert. 500.000 Euro stehen pro Jahr im städtischen Haushalt, „aber am Geld soll's nicht scheitern“, sagt Igel, notfalls würden auch mehr Mittel bereit gestellt, das Habe Oberbürgermeister Stefan Bosse stets klar gemacht.

... und hat damit Schlagzeilen gemacht

Denn auch für das Image der Stadt sei das kommunale Förderprogramm sehr positiv. Kaufbeuren hat in Bayern Schlagzeilen gemacht. „Das Programm ist für uns identitätsstiftend“, erzählt Peter Igel und reagiert verdutzt auf die Schilderung, dass das Emsdettener Programm „Familie gewinnen“ vor dem Aus stehe. „Es ist keinesfalls so, dass wir im Geld schwimmen“, sagt Igel. Kaufbeuren sei eine eher strukturschwache Gemeinde. Gerade deshalb verstehe die Stadt ihr Programm als Investition in die Zukunft.
 
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