1. Schach-Bundesliga: Aufmarsch der Weltspitze
EMSDETTEN Vom 14. bis 16. Oktober startet für alle Schachfans ein ganz außergewöhnlicher Leckerbissen: Zum Auftakt der neuen Saison der Schach-Bundesliga treffen sich in Mülheim alle 16 Teams der 1. Liga zum zentralen Spieltag.
Alexander Ipatov steht neu im Bundesliga-Kader des SK Turm. In Mühlheim warten gleich drei Spiele auf das Team. (Foto: EV-Archiv)
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Von Freitag bis Sonntag kämpfen die Mannschaften zum Auftakt um wichtige Punkte. Nachdem sich fast alle Bundesligisten personell verstärkt haben, kommt es in der RWE-Sporthalle in Mühlheim zu einem Aufmarsch der Schachspieler der Weltspitze.
Auch der SK Turm geht wieder mit einem hervorragenden Kader an den Start. Und dennoch: Trotz der erheblicher Verstärkungen mit dem neuen U 20-Weltmeister Dariusz Swiercz und dem 18-jährigen ukrainischen Großmeister Alexander Ipatov lautet das Turmziel Klassenerhalt. Dank der starken Aufsteiger wird wohl die halbe Liga von Beginn an in den Abstiegskampf verwickelt werden, was natürlich einen gelungenen Saisonauftakt wichtig macht. An eine Wiederholung des sensationellen sechsten Platzes in der abgelaufenen Saison mag man beim SK Turm noch nicht so recht glauben.
Start gegen BremenDie Mannschaft eröffnet am Freitag gegen ihren Reisepartner Werder Bremen die neue Spielzeit. Der deutsche Vizemeister gilt in diesem Match als klarer Favorit, auch wenn in der vergangenen Saison die Turm-Mannschaft den Norddeutschen einen Punkt abringen konnten. Allerdings muss bei allen Teams immer abgewartet werden, wer von den gemeldeten Weltklassespielern wirklich am Brett sitzt. Denn vielfach verhindern andere Verpflichtungen einen Einsatz.
Ein Turm-Erfolg gegen Berlin?
Der Turm-Kader muss sich sicherlich auch vor den Großen der Liga nicht verstecken. Dennoch bleibt abzuwarten, wie das Team mit den Neuzugängen in die Saison startet.
Der zweite Spieltag wird für den SK Turm zu einem richtungsweisenden Kampf, gegen den etablierten Erstligisten Berlin, der im Juli dieses Jahres eine sensationelle Neuverpflichtung meldete - den Weltranglisten-Dritten Levon Aronjan, mit einer ELO-Zahl jenseits der 2800er Grenze in einem ganz erlauchtem Spielerkreis angesiedelt. Ob Aronjan jetzt auch in Mühlheim erscheint? Gegen die nominell gleichstarken Berliner ist ein Sieg des SK Turm psychologisch von immenser Bedeutung. Um der Konkurrenz gleich zu signalisieren, dass mit dem SK Turm auch in der neuen Saison wieder zu rechnen ist.
Am Sonntag wartet mit dem Hamburger SK dann das zweite Hansestadtteam. Ein Punktgewinn - noch besser ein Sieg - das wäre von großer Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf. Gegen direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt müssen die Punkte eingefahren werden. Sonst kann es schnell ganz eng werden.
Die neue Ausrichtungsform der Saisoneröffnung ist außergewöhnlich. Drei Spieltage an einem Wochenende in der stärksten Schachliga der Welt versprechen höchsten Unterhaltungswert. Dem SK Turm kann man in Mülheim nur einen gelungenen Auftakt wünschen, damit nicht vom Start weg das Abstiegsgespenst in den Köpfen der Spieler herumgeistert.
Ein Besuch lohnt sichAllen Fans des Schachsports wird geraten, an diesem Wochenende zumindest für einen Tag nach Mühlheim zu fahren. Einen derartigen Aufmarsch geballter Schachspielkunst wird es so schnell wohl nicht wieder geben. Der Veranstalter rechnet mit vielen Zuschauern. Zur großen Resonanz trägt ein sensationelles Rahmenprogramm mit einer Simultanveranstaltung, Blitzturnieren und Pressekonferenzen bei. Zusätzlich können alle Partien wieder live im Internet verfolgt werden, auf: www.schachbundesliga.de









