Schach-Bundesligist SK Turm Emsdetten: Knapper Sieg gegen Hamburg sorgt für Ruhe im Team
MÜHLHEIM. Gegen Hamburg stand der SK Turm am Sonntag enorm unter Druck. Eine Niederlage gegen einen Gegner, der von Experten eher im unteren Tabellendrittel erwartet wird, hätte bereits früh für Abstiegssorgen gesorgt. Entsprechend gingen alle Turm-Spieler mit großer Konzentration und Siegeswillen an die Bretter.
Zäh verteidigte Nils Grandelius sein Remis und steuerte so einen halben Punkte zum Turm-Sieg gegen Hamburg bei. (Foto: Reinhard Lüke)
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Es entwickelte sich wohl eines der härtesten umkämpften Paarungen des gesamten Wochenendes, erst nach fast 7,5 Stunden gewann der SK Turm knapp mit 4,5:3,5.
Mikheil Mchedlishvili spielte am Spitzenbrett mit den schwarzen Steinen eine solide Eröffnung, um möglichst früh die anvisierte Punkteteilung zu erreichen - das gelang problemlos.
Roeland Pruijssers wurde am 8. Brett seiner Favoritenrolle souverän gerecht, er überrannte seinen Gegner förmlich mit einem Königsangriff, schloss mit einem sehenswerten Figurenopfer ab. Der Hamburger gab auf, SK Turm führte.
Diese Führung stabilisierte Alexander Ipatov am 3. Brett: Er spielte deutlich solider als an den Vortagen und schraubte seine Ambitionen, die erste Partie in der Bundesliga gewinnen zu wollen, im Sinne des Mannschaftserfolges zurück. Ohne Risiko sicherte er ein Remis.
Den Vorsprung baute Wouter Spoelman an Brett zwei nach schöner Partie auf zwei Punkte aus. Mit den weißen Steinen hatte Spoelman das Geschehen jederzeit im Griff. Ein Bauernopfer seines Gegners nahm er dankend an, verteidigte diesen Vorteil bis ins Endspiel und sicherte einen vollen Punkt. Der SK Turm schien nun auf der Siegerstraße zu sein, doch die Niederlage von Ruud Janssen am 7. Brett machte den Kampf wieder spannend. Leicht besser stehend schlichen sich Ungenauigkeiten ins Spiel des Niederländers ein. Ein taktischer Fehler kostete einen Bauern, was zum verlorenem Endspiel führte.
Kann der SK Turm den Vorsprung ins Ziel bringen, das war jetzt die Frage, denn zu gut sah es an zwei der drei verbliebenen Brettern nicht aus. Vor allem Jonny Hector (Brett sechs)t sah sich mit zwei Bauern weniger auf den 64 Feldern in der schlechteren Position, doch zur Überraschung aller bot sein Hamburger Gegner ein Remis an, was Hector gern akzeptierte.
Nächste Wackelkandidat war Jugend-Europameister Nils Grandelius, der verbissen gegen eine Niederlage am 5. Brett kämpfte. Lange schien dieses Unterfangen vergeblich, denn sein Gegner hatte mehr Qualität. Nach dem Abtausch aller Bauern am Damenflügel "hoffte" der Hamburger noch über mehrere Stunden (!) auf einen Sieg, doch Grandelius verteidigte den halben Punkt zäh.
Die Erleichterung im Team des SK Turm war spürbar, denn nun war der Sieg greifbar, denn alles andere als ein Remis an Brett vier wäre für Dariusz Swiercz ein Desaster gewesen, denn es hatte schon in der Eröffnung nach einem schnellen Sieg für den jungen polnischen Großmeister im Turm-Kader ausgesehen. Es wurde zwar kein Sieg, aber nach mehr als sieben Stunden ein Remis, und das reichte dem SK Turm auch ...
Weitere Berichte der ersten drei Runden am Donnerstag in der EV.









