Schach-Bundesligist SK Turm Emsdetten: Ruud Janssen bewies enorme Kampfkraft
MÜHLHEIM. Am Samstag lieferten sich die starke Vertretung aus Berlin und der SK Turm einen "Kampf auf Biegen und Brechen".
Ruud Janssen bestach durch Kampfkraft und Siegeswillen. (Foto: Reinhard Lüke)
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Erst nach der Niederlage des Turm-Spitzenspielers Mikheil Mchedlishvili (Brett eins) nach mehr als sieben Stunden brachte für Berlin das 4:4-Remis.
Grandelius gewann sicher
Dariusz Swiercz glich in einer gut vorbereiteten Partie den Vorteil seines mit den weißen Steinen spielenden Gegners aus und holte einen halben Punkt, seinen ersten halben Punkt in der Bundesliga. Nils Grandelius (Brett 5) bereitete seinem Gegner große Schwierigkeiten, fügte dessen Stellung mehrere Schwachpunkte zu und gewann sicher.
Der Vorsprung war nicht von langer Dauer: Alexander Ipatov spielte an Brett drei nach eigenen Aussagen "zu aggressiv", so dass sein Bauernopfer den Untergang zur Folge hatte. Das Unentschieden im Mannschaftskampf festigte sich durch das Remis von Wouter Spoelman am 2. Brett. Spoelman stand im Turmendspiel zwar etwas schlechter, konnte den halben Punkt aber zäh verteidigen.
Es blieb spannend, denn auch der schwedische Großmeister Jonny Hector trennte sich von seinem Gegenspieler mit einem Remis. Zwar schien Hector mit leichten Vorteilen ins Endspiel zu gehen, doch kleine Ungenauigkeiten in der Fortsetzung führten zum Remis.
Dann schien der SK Turm auf die Siegerstraße einzubiegen. Ruud Janssen spielte zwar nicht immer die besten Züge, hatte aber seinen Gegner im Griff. Ruud Janssen (Foto) verpasste es, den Sack zuzumachen, er musste die Partie ein "zweites Mal" gewinnen. Dies gelang ihm in einem beeindruckenden Springer-Endspiel. Der Berliner hätte bei genauem Spiel das das Remis halten können, doch Janssen überzeugte durch Kampfgeist und enormen Siegeswillen.
Vier Bauen mehr auf dem Brett ...Auch Roeland Pruijssers schien in der Erfolgsspur, hatte er doch bis zu vier Mehrbauern. Aber sein König war immer etlichen Drohungen der gegnerischen Schwerfiguren ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund und der knapper werdenden Zeit musste Pruijssers schließlich in ein Remis einwilligen: 4:3-Führung für den SK Turm, alles hing jetzt an der Partie am Spitzenbrett.
Emsdettens Nr. 1 Mikheil Mchedlishvili - am Freitag noch Triumphator über einen Spieler der absoluten Weltspitze - schien die eher ruhige Partie über fast 6,5 Stunden Remis halten zu können, doch ein Fehler in der Schlussphase brachte dem Berliner Spieler nach mehr als sieben Stunden Spielzeit den Sieg und raubte dem Turmteam den greifbar nahen Mannschaftserfolg. Endstand 4:4 - letztlich keine unverdiente Punkteteilung, doch für den SK Turm etwas unglücklich gelaufen.
Nach zwei Spieltagen stand das junge Team des SK Turm damit schon ganz gehörig unter Druck. Ein weiterer Punktverlust am Sonntag gegen die Mannschaft des Hamburger SK hätte schon ein Platz in den Abstiegsrängen garantiert. Für Spannung war somit gesorgt.
Weitere Berichte vom Start des SK Turm in der Bundesliga am Donnerstag in der EV.









